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"Hicke" und Löw für ein Spiel gesperrt

Die Richter der Europäischen Fußball-Union (UEFA) haben die automatisch in Kraft getretenen Sperren gegen die ausgeschlossenen Teamchefs Josef Hickersberger und Joachim Löw bestätigt.

Der Österreicher und sein deutscher Kollege waren am Montag im entscheidenden EM-Gruppen-Spiel (0:1) in Wien wegen Missachtung einer schiedsrichterlichen Anweisung vom spanischen Referee auf die Tribüne verbannt worden.

Gegen die Urteile ist keine Berufung möglich. Eine solche ist laut Regulativ erst ab einer Sperren von zwei Pflichtspielen, zu denen freundschaftliche Länderspiele nicht zählen, und ab einer Geldstrafe von über 5.000 Schweizer Franken zulässig. Löw muss damit am Donnerstag im ersten EM-Viertelfinalspiel gegen Vize-Europameister Portugal in Basel auf der Zuschauer-Tribüne Platz nehmen, darf im St. Jakob-Park auch nicht mit seiner Mannschaft in Kontakt treten.

Für den früheren Tirol- und Austria-Trainer ist der Stadion-Innenraum absolute Tabu-Zone, es ist ihm auch untersagt, via Mittelsmänner oder technischer Kommunikationshilfe einen “Draht” zu Ballack und Co. oder seinem Trainerstab herzustellen. Außerdem ist es dem Schwaben verboten, die Kabine zu betreten, sehr wohl darf er aber vor und nach dem EM-Viertelfinale zu den Pressekonferenzen gehen und den Medien Rede und Antwort stehen.

Die Sperre gegen Hickersberger, dessen Schützlinge mit der 0:1-Niederlage der EURO Servus sagten, wird erst im nächsten offiziellen Bewerbsspiel wirksam. Sollte der Niederösterreicher also ÖFB-Teamchef bleiben, dann darf er am 6. September in Wien zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Vize-Weltmeister Frankreich nicht auf der Trainer-Bank sitzen. Die Suspendierung gilt ebenso, sollte der 60-Jährige seine zweite ÖFB-Teamchef-Ära wider Erwarten beenden und als Auswahl-Trainer doch ins Ausland gehen.

Die UEFA-Disziplinar-Regeln (Artikel 9, Absatz 1) sehen vor, dass ein vom Schiedsrichter des Feldes verwiesener Spieler oder ein aus der technischen Zone verwiesenes Delegationsmitglied automatisch für das nächste Bewerbsspiel gesperrt ist. Aufgrund des Berichts des spanischen Schiedsrichters Manuel Mejuto Gonzalez, der in der 40. Minute durch seinen slowenischen Offiziellen Damir Skomina an der Linie tätig geworden war und die beiden Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt hatte, und den Stellungnahmen der zwei beteiligten Verbände beließ es das Disziplinar-Gremium bei der automatischen Sperre.

Die Reaktion von Mejuto Gonzalez war sicherlich überzogen, er hätte durch Gesten auch eine deutliche und letzte Verwarnung aussprechen können, anstatt gleich eine solche Verbannung zu exekutieren. Offenbar haben die Fußball-Richter, die entweder be- oder entlastende Elemente in ihre Entscheidungsfindung einfließen lassen können, deshalb mildernde Umstände walten lassen. Die Verbannung ist aber regelkonform, denn es ist nicht erlaubt, permanent an vorderster Front der Coaching-Zone stehend Anweisungen zu geben.

Die Trainer müssen, nachdem ihre Infos die Adressanten erreicht haben, zurückgehen. Das haben sie im gegenständlichen Fall offenbar nicht befolgt, daher wurde zunächst der vierte Offizielle und dann der von ihm gerufene Spanier aktiv. “Hicke” und Löw waren ihre “Ausschlüsse” völlig unverständlich, zumal es keine Beleidigungen, Kritik oder Ähnliches geben hatte. Es war nicht unverstandlich, dass ÖFB-Teamchef-Assistent Andreas Herzog den spanischen Unparteiischen kurz nach dem Spiel in der ersten Emotion als “Selbstdarsteller” bezeichnete.

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