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Hetzjagd auf Heather Mills

Kein Popsong wurde so oft gecovert wie "Yesterday". Jetzt lässt eine Schmuddelkampagne die weltbekannte Anfangszeile des Superhits für Paul McCartney und Noch-Frau Heather Mills wahr werden.

Frei übersetzt: „Gestern schienen meine Sorgen ganz weit weg zu sein, doch jetzt sind sie da und wollen bleiben.“

Vor knapp vier Wochen hatte das Paar das Scheitern seiner vierjährigen Ehe und die Trennung bekannt gegeben. Inzwischen ruft McCartney (63) seine Frau (38) so oft an, wie schon lange nicht mehr. „Ich kann einfach nicht glauben, welche Grausamkeiten man ihr antut“, sagte er Reportern. Freunde beschreiben Heather Mills als „mentales Wrack“.

„Sie weint viel, sie ist zutiefst unglücklich“, berichtete eine Vertraute. „Wir hoffen, dass sie die Kraft hat, das durchzustehen.“ Gemeint ist nicht die bevorstehende Scheidung oder die Verhandlung über das Sorgerecht für die zweijährige Tochter Beatrice. Die Rede ist davon, wie die Frau einer nationalen britischen Ikone öffentlich niedergemacht wird.

Heather Mills war 19 und der Beatles-Song „All You Need Is Love“ stimmte auch für sie nicht ganz. Ein bisschen Kleingeld gehörte zum Glücklichsein dazu. Um es zu verdienen, zog sich Heather für die Produktion eines illustrierten deutschen „Sex-Ratgebers“ aus. Titel: „Die Freuden der Liebe“. Tagelang waren die Fotos nun in etlichen Zeitungen zu sehen, immer noch stehen sie im Internet.

Die Bilder von damals – schlechte gemachte Erotik, aber keineswegs „Pornografie“, wie nun lautstark behauptet wird – soll sich die Londoner Boulevardzeitung „Sun“ schon kurz vor der Eheschließung zwischen Mills und MCartney besorgt haben. Den Gedanken, sie passend zur Hochzeit abzudrucken, hatten die Blattmacher fallen lassen, berichtete jetzt ein damals hochrangiger Mitarbeiter des Verlages News International, in dem die „Sun“ und deren Sonntagsausgabe „News of the World“ erscheinen.

Nach diesen Angaben war es nicht so, dass Heather ihr „Yesterday“ vor Paul verheimlicht hatte. Der Ex-Beatle habe den „Sun“-Besitzer Rupert Murdoch vielmehr wissen lassen, dass er eine Veröffentlichung als äußerst unfreundlichen Akt ansehen würde. Die Blätter des australischen Medien-Milliardärs hielten sich zurück.

„Es gibt nur wenige Leute, und McCartney ist einer von ihnen, bei denen Herausgeber mit Attacken vorsichtig sind“, sagte der Verlagsmann der liberalen Zeitung „The Guardian“. Doch die Bekanntgabe der Trennung änderte alles. Nun schien Heather Pauls Schutz verloren zu haben. Blattmacher zogen ihre Schubladen auf, druckten genüsslich die pikanten Bilder. „Pornografie“, schrie die „Sun“, die selbst jeden Tag auf Seite 3 ein Nackedei-Bildchen ähnlicher „Qualität“ bringt.

Nach der ersten Welle des Angriffs mit den alten Bildern folgte inzwischen eine zweite, verbale. Wieder sprang ein „P-Wort“ dem Leser entgegen: „Prostitution“. Tausende Britische Pfund – erzählten angeblich zwei frühere Prostituierte den „News of the World“ – habe sich die attraktive Heather einst damit verdient, dass sie Ölscheichs und dem Waffenhändler Adnan Khashoggi zu Willen gewesen sei.

Mills und ihre Anwälte entschlossen sich zu einem deutlichen Dementi. Niemals habe sie irgendetwas mit Prostitution zu tun gehabt. „Die Quellen sind eindeutig eine Reihe unglaubwürdiger Personen, die dafür bezahlt wurden“, hieß es in der Erklärung der Mills-Anwälte. Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung sei so gewählt, dass dadurch „Heather, ihrem Mann und ihrer Familie so viel Schmerz wie möglich zugefügt wird“.

„Da ist nichts in ihrer Vergangenheit, das ich nicht weiߓ, erklärte zudem Paul McCartney, um Heather in Schutz zu nehmen. Doch ein Ergebnis der Dementis war, dass die schmuddeligen Vorhaltungen nun auch in die seriösen Zeitungen gelangten. Sie meldeten alle die offizielle Zurückweisung der Behauptungen, über die sie nun – mehr oder weniger ausführlich – auch selbst berichteten.

Wie heißt es doch in Pauls Hit „Yesterday“? „Die Liebe war so ein leichtes Spiel – und jetzt brauche ich einen Platz, um mich zu verstecken.“

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