HETA halbiert Hypo-Landesbank-Gewinn

Die HETA halbiert den Hypo-Gewinn.
Die HETA halbiert den Hypo-Gewinn. ©Frederic Schwendinger
Das Heta-Moratorium kostet die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank Vorarlberg (Hypo Vorarlberg) in ihrer Bilanz für das Jahr 2014 48 Mio. Euro an Wertberichtigungen.

Das geht aus den vorläufigen Geschäftszahlen hervor, die Vorstandsvorsitzender Michael Grahammer am Donnerstag präsentierte. Das Ergebnis vor Steuern ging damit auf knapp 54 Mio. Euro (2013: 96,1 Mio. Euro) zurück.

“Keine weiteren direkten Kosten”

Grahammer sprach dennoch von einem “nach wie vor sehr anständigen Ergebnis” – das Konzernergebnis lag bei 41,3 Mio. Euro, um 33,2 Mio. Euro niedriger als 2013 (74,5 Mio. Euro). Der Hypo-Chef geht davon aus, dass mit den 48 Millionen Euro – Grahammer: “30 Millionen sind direktes Engagement, der Rest ist rückgestellt” – die Heta-Abwicklung “aus unserer Sicht vollständig verdaut ist. Es wird keine weiteren direkten Kosten für uns geben”, sagte Grahammer. Die indirekten Folgen aus dem Debakel der Hypo Alpe Adria und dem Umgang der Politik damit seien hingegen noch nicht absehbar.

“Spiel mit dem Feuer”

Der Vorstandsvorsitzende der Hypo Vorarlberg zeigte sich vom Moratorium als bestem Weg der Problemlösung nicht überzeugt. Der Steuerzahler werde so mitunter stärker belastet “als wenn in Ruhe abgewickelt” worden wäre. Es sei auf jeden Fall “ein Spiel mit dem Feuer”. Ausländische Investoren würden Österreich meiden, weil sie an der Rechtssicherheit zweifelten. Speziell in Deutschland habe die Entscheidung von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) einen “Sturm an Betroffenheit, an Empörung und an noch folgenden Klagen” ausgelöst, ist sich Grahammer mit seinen Vorstandskollegen Johannes Hefel und Michel Haller einig.

“Moderater” Abfluss von Kundengeldern

In Bezug auf die Prüfung eines Zusammenschlusses der Hypo Vorarlberg mit der Dornbirner Sparkasse gebe es aufgrund der Vorarlberger Gemeindevertretungswahlen vor zwei Wochen keine Neuigkeiten – damit ist weiter offen, ob es Folgeverhandlungen geben wird.

Hefel sagte, es habe lediglich einen “moderaten” Abfluss an Kundengeldern gegeben. Wie viele Neukunden möglicherweise ausblieben, wisse man aber nicht.

“Großer volkswirtschaftlicher Beitrag”

Zur Frage der Haftungen für Heta-Ausfälle bei der Pfandbriefstelle gab es heute noch nichts Neues. Auf die Frage, ob es zu einer Aufteilung des Schadens zwischen der Hypo Vorarlberg und ihrem Mehrheitseigentümer – dem Land Vorarlberg – kommen wird, wollte Grahammer zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen. Damit werde man sich erst beschäftigen, wenn der Liquiditätsplan für die Pfandbriefstelle zu hundert Prozent stehe. Schon davor hatte er darauf hingewiesen, dass die Hypo Vorarlberg seit dem Jahr 2000 “200 Millionen an Steuern sowie 50 Millionen an Ausschüttungen und Haftungsprovisionen” bezahlt habe. “Wir leisten einen großen volkswirtschaftlichen Beitrag”, so Grahammer. Die Haftungsprovision an das Land – das Ende 2014 für über 4 Milliarden Euro haftete – lag bei 1,4 Mio. Euro pro Jahr. Wenn man alles zusammenrechne, sei das Land damit “gut bedient” gewesen, befand Grahammer.

Umbenennung “nicht ganz ausgeschlossen”

Die Landes- und Hypothekenbank schließt auch eine Umbenennung ihres Geldinstituts “nicht ganz aus”. Nach dem Hypo Alpe Adria-Debakel sei der Imageschaden erheblich, so Grahammer. Die Etablierung einer neuen Marke würde einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.(APA)

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