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Herz in Altach, aber Sehnsucht nach der Ferne

Schwarzach - Ein kurzer Besuch bei der Schwester in Feldkirch - und wenig später war Rade Plakalovic Spieler des SCR Altach. Das alles spielte sich im Sommer 1981 ab.

Wenn der nunmehr 47-Jährige davon erzählt, fühlt man sich in jene Zeit versetzt. Er habe damals „aus Gaudi“ bei einem „Jugomatch“ mitgespielt und da sei er Altach-Spieler Milo Djukic aufgefallen. Kurz danach seien eben jener Djukic und der damalige SCRA-Boss Walter Kopf vor der Wohnungstür seiner Schwester gestanden. Ob er sich den vorstellen könne, nach Altach zu wechseln, wurde er gefragt. „Nicht gleich, ich muss zurück“, habe ich ihnen gesagt. Doch Kopf ließ nicht locker, rief den gebürtigen Serben in seiner Heimat an und lud den damals 21-Jährigen für ein Probespiel ein. Plakalovic kam, machte drei Tore und war fortan Altacher. Es folgten 362 Spiele für die Rheindörfler in denen er 238 Tore erzielte. „Ich habe fünf verschiedene Ligen erlebt mit Altach – als Spieler und Trainer“, sagt Plakalovic heute. Inzwischen ist er Kotrainer der Profimannschaft und ist gerade dabei die UEFA-Pro-Lizenztrainer-Ausbildung abzuschließen. Und er hat noch Träume. „Mein Herz gehört Altach, aber irgendwie möchte ich noch etwas anderes erleben. In der Fremde einen Verein trainieren, egal wo – ob in Äthiopien oder Gambia. Ich habe keine Angst, bin bereit.“

Boxerkarriere

Eigentlich sollte Fußball für Plakalovic nur Hobby sein. Sein Vater war Boxer und diesen Sport übte er bis zu seinem 17. Lebensjahr aus. „Da habe ich im Finale der serbischen Meisterschaft verloren. Ich hatte einfach den Gegner unterschätzt“, erinnert er sich. Plakalovic beschloss, Fußballer zu werden, spielte mit 18 Jahren bereits in der Ersten von Novi Sad. „Danach redete mein Vater lange nicht mehr mit mir“, entlockt es dem meist grimmig dreinblickenden Fast-Österreicher („Ich warte auf den Pass“) heute ein Lächeln. Unterbrochen wurde seine Fußballerkarriere vom Militärdienst, wo er sich zum Kampftaucher ausbilden ließ.

Spitzname „Papa“

In Altach nennen sie ihren Rekordspieler noch heute gerne „Papa“. Der Spitzname rührt aus der Zeit mit Ex-Nationalspieler Adi Hütter. „Er war 19, ich 32 Jahre, als ich ihn im Training verteidigte. Da fragte einer: Bist du denn sein Papa? Ich sagte ja.“ Diesen Beinamen ist er bis heute nicht mehr los geworden.

ZUR PERSON

Rade Plakalovic
Beruf: Fußballtrainer
Geboren: 12. 5. 1960 in Novi Sad
Familie: geschieden, Tochter Renata (20)
Laufbahn als Spieler: FK Novi Sad, SCR Altach, USV Eschen (Spielertrainer)
Laufbahn als Trainer: SCR Altach, FC Dornbirn, FC Lauterach, SCR Altach

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