Herren-Modenschauen in Paris

Wenn auch blaue Trikots in Frankreich in dieser Woche die unschlagbaren Moderenner sind, so geht den Trendgurus in der französischen Hauptstadt doch nicht der Blick in die Zukunft verloren.

Männermode für das Frühjahr 2007 steht in Paris ab Freitag auf dem Programm, wenn sich die Welt der Mode wieder an der Seine einfindet. Fünf Tage lang wird bei 46 Defilees die sommerliche Kleidung für männliche „Fashion Victims“ im kommenden Jahr präsentiert, 32 weitere Häuser zeigen ihre Ideen auf Verabredung in ihren Salons.

Die Neuigkeit der Saison ist die Rückkehr des Designers Pierre Cardin, der zuletzt 1996 Männermode in Paris gezeigt hatte. Der Mann, der seinen Markennamen seit Jahrzehnten weltweit erfolgreich verkauft, will mit einer neuen Kollektion zeigen, dass er mehr als nur ein Modemacher aus den siebziger Jahren ist – „er hat noch ein Wörtchen mitzureden“, heißt es im Hause Cardin. Zunächst wird der Kreateur am Sonntag noch seinen 84. Geburtstag feiern, am Dienstag sollen dann seine Modelle an Holzpuppen in dem neuen, von ihm gegründeten Kulturzentrum im Herzen von Paris gezeigt werden.

Für neue Aufregung sorgt wieder einmal Dior, wo der Herrenmode-Stardesigner Hedi Slimane sich angeblich mit Abwanderungsgedanken trägt. Doch nirgendwo blühen die Gerüchte so üppig wie in der Modebranche – und zufälligerweise kursieren die Berichte über einen Abgang Slimanes aus einem der mächtigsten Häuser der Luxusindustrie ausgerechnet, während der Designer über eine Vertragsverlängerung verhandelt. Die Modenschau wird denn auch mit großer Spannung erwartet – dürfte Slimane doch wieder einmal zeigen, wie großartig er das Markenimage des Mutterhauses in Kleidungsstücke umsetzt.

Von den Intrigen der großen Stars unbeeindruckt präsentieren sich auch wieder mutige Newcomer dem kritischen Publikum in der französischen Hauptstadt, darunter der Japaner 0044, der Franzose Franñois Hadaya und ein deutsches Team namens Vier5 Fashion Department. Fehlen werden dagegen Namen wie Emanuel Ungaro, wo der Stylist Jose Levy sich verabschiedet hat. Bis zu den nächsten Schauen soll ein neuer Designer gefunden und die Marke des Franzosen wieder auf dem Podium zu finden sein.

Der Laufsteg wird dabei nicht von allen für die Präsentation ihrer Frühjahrsmode genutzt. Große Namen wie Lagerfeld, Balenciaga, Maison Martin Margiela, Viktor & Rolf und Hussein Chalayan Homme zeigen ihre Ideen nach vorheriger Verabredung im intimen Rahmen ihrer Stammhäuser.

Und auch diesmal gibt es einen Abschied, der allerdings gleichzeitig ein Neuanfang ist: Naoki Takizawa, seit 13 Jahren Chefdesigner bei Issey Miyake Homme, nimmt seinen Hut, um eine eigene Marke zu lancieren. Die Männermodenschauen dauern bis einschließlich Dienstag, am Mittwoch beginnen dann die Defilees der Haute Couture, der maßgeschneiderten Mode für Damen.

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