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"Herdprämie darf nicht Schule machen"

Die Landesvorsitzende des ÖGB fordert echte Wahlfreiheit für Mütter.
Die Landesvorsitzende des ÖGB fordert echte Wahlfreiheit für Mütter. ©VN/Paulitsch
ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer erteilt den Plänen jener Gemeinden, die Frauen für die Kinderbetreuung daheim eine "Herdprämie" bezahlen wollen, eine klare Absage.
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„So werden die jahrzehntelangen Bemühungen, Frauen mehr Chancen in ihrem Erwerbsleben zu ermöglichen, zerstört“, kritisiert Auer. Die Maßnahme sei „unverschämt“ und bedeute nichts anderes als: „Frauen zurück an den Herd“. Auer warnt auch vor den massiven finanziellen Einbußen: „Es drohen Nachteile im Berufsleben und Altersarmut durch fehlende Versicherungszeiten.“

Fatale Folgen

Laut Medienberichten überlegen nach Schwarzenberg auch die Gemeinden Egg und Lingenau eine „Herdprämie“ einzuführen. Eine ÖVP-interne Arbeitsgruppe versucht offenbar das Modell auf weitere Gemeinden auszuweiten. „Will die ÖVP wirklich in Zeiten zurück, in denen Frauenrechte noch mit Füßen getreten wurden“, fragt sich Auer. „Die Regelung drängt Frauen durch finanzielle Anreize vom Arbeitsmarkt in den Haushalt zurück“, betont die ÖGB-Landesgeschäftsführerin.

Die Folgen solcher Modelle seien fatal: „Den Frauen fehlen neben beruflichen Perspektiven schließlich auch die Versicherungszeiten für die Pension, was das Risiko von Altersarmut stark erhöht.“ Die Gemeinden würden sich damit vernünftige Konzepte und vor allem Geldmittel für die Kinderbetreuung ersparen, kritisiert Auer. In der Kleinkinderbetreuung gebe es nach wie vor viel zu wenige Plätze, obwohl es dank der alten Bundesregierung im Rahmen der §15a-Vereinbarung finanzielle Unterstützung gegeben habe.

Warteliste verhindert Wahlfreiheit

„Eine Herdprämie schafft auch keine Wahlfreiheit, das ist ein Fördern des Hausfrauen-Daseins und nimmt Frauen die Möglichkeiten eines Wiedereinstieges ins Berufsleben“, betont Auer. „Echte Wahlfreiheit ist erst dann gegeben, wenn für Frauen beides möglich ist, Beruf und Kinder“, betont Auer. Derzeit gebe es in vielen Gemeinden – wie in Schwarzenberg – eine lange Warteliste für einen Betreuungsplatz. „Zwischen was Eltern hier wählen sollen, müssen mir die Befürworter erst erklären“, hält Auer fest. Ihre Kritik richtet sich auch an Landeshauptmann Markus Wallner, der die „Herdprämie“ für gut geheißen hat. Gerade Vorarlberg mit der höchsten Teilzeitquote bei Frauen in ganz Österreich habe massiven Aufholbedarf im Bereich der Kinderbetreuung.

Ausbau statt Prämie

Anstelle derartiger “Herdprämien” erwartet sich die ÖGB-Landesgeschäftsführerin: „Ein generelles zweites verpflichtendes Kindergartenjahr, Ausbau der Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige sowie erwerbsfreundliche Öffnungszeiten und Ferienbetreuung in Kindergärten.“ Der Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Babypause gehöre gefördert und nicht die Verlängerung des Ausfalls aus dem Erwerbsleben. „Ich fordere Land und Gemeinden auf, dafür zu sorgen, dass die Geldmittel dafür eingesetzt werden, um die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen selbst bestimmen können, wie sie leben möchten“, hält Auer abschließend fest.

(red)

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