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Hemingway-Denkmal in Schruns bewegt die Gemüter

Schruns - Vielfach gibt es in Schruns und anderswo im Tal noch Erinnerungen an Ernest Hemingway, den berühmtesten Langzeitgast im Montafon.

In den Jahren 1924/25 und 1925/26 machte der spätere Literaturnobelpreisträger hier Winterurlaub. Und schrieb an seinem ersten Erfolgsroman „Fiesta“. Sogar das angesehene Reise-Magazin Merian hebt in seinem „Vorarlberg“-Heft unter dem Titel „Wo Hemingway die Gipfel stürmte“ die Talschaft

Montafon heraus. Nunmehr sollte in Schruns auch ein Denkmal an den weltberühmten Gast erinnern, die „VN“ berichteten. Vorgesehen war, dass das zwei Meter hohe Hemingway-Denkmal im kommenden Oktober auf dem Kirchplatz aufgestellt und feierlich enthüllt wird.

Doch daraus wird vorerst nichts, nachdem das Denkmal gleichsam zum Streitobjekt geworden ist. Die geplante Errichtung hat teils zur heftigen Verärgerung unter der Bevölkerung geführt. „Hemingway hat kein Denkmal verdient“, empört sich etwa Wilhelm Walch, der Protest ankündigt und dabei weitere Denkmal-Gegner hinter sich weiß.

Die Ablehnung gründet unter anderem auf die umstrittene Rolle Hemingways als US-Kriegsberichterstatter im 2. Weltkrieg. Der Schriftsteller selbst hat sich Jahre später in Schriften bezichtigt, brutale Verbrechen gegen deutsche Kriegsgefangene begangen zu haben. Indes ist bis heute nicht geklärt, was in den Fällen fiktionale Darstellung und was Wahrheit des Autors ist.

Die Gemeinde Schruns hat nach dem entbranntenStreitjetzt reagiert. „Das Denkmal wird vorerst nicht aufgestellt“, bekräftigt Bürgermeister Erwin Bahl. „Wir werden eine sachliche Diskussion mit der Or tsbevölker ung führen und die Hemingway-Thematik sensibel aufarbeiten.

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