Hells Angels-Boss Franke Hanebuth ist frei

Hanebuth gilt als einer der einflussreichsten Rocker in Europa.
Hanebuth gilt als einer der einflussreichsten Rocker in Europa. ©Symbolfoto APA
Madrid. - Nach zwei Jahren in einem spanischen Gefängnis ist der deutsche Hells-Angels-Boss Frank Hanebuth gegen Kaution auf freiem Fuß. Gegen eine Zahlung von jeweils 60.000 Euro seien er und sein Stellvertreter Khalid Yousafi am Montag vorerst freigekommen, verlautete aus spanischen Justizkreisen.
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Hanebuth und 24 andere Mitglieder des Motorradclubs Hells Angels waren am 24. Juli 2013 auf Mallorca wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung festgenommen worden. Die spanische Polizei wirft ihm zudem Geldwäsche, Erpressung, Verdunklung und Förderung der illegalen Prostitution vor. Er soll von der Insel Mallorca aus, wo er ein auf 2,5 Millionen Euro geschätztes Anwesen besitzt, die Aktivitäten der Hells Angels gesteuert haben.
Hanebuth war früher Chef der Hells-Angels-Sektion in Hannover und galt als zentrale Figur der deutschen Organisation der Motorrad-Gang. Er soll in der niedersächsischen Landeshauptstadt weite Teile des Rotlichtmilieus kontrolliert haben.

Foto vor dem Rathaus

Schon kurz vor Hanebuths Freilassung aus der Untersuchungshaft fuhren 40 Hells Angels mit ihren Motorrädern vor dem Rathaus seiner Heimatstadt Hannover zum Gruppenfoto vor. Offiziell hatte sich die Rockergruppe in Hannover 2012 aufgelöst. Ihr Auftritt vor dem Rathaus löste Proteste von Kommunalpolitikern aus. In Hannover wird weiter über den andauernden Einfluss der Rocker im Rotlichtviertel der Stadt spekuliert.

Einflussreicher Rocker-Boss

Ermittler stuften Hanebuth als europaweit einflussreichen Rocker-Boss ein. Gegen eine Kaution von 60 000 Euro und die Auflage, sich täglich bei der spanischen Polizei zu melden, kam er bis zu einem Prozess aus der Untersuchungshaft frei. Die Behörden legen ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel, Erpressung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Geldwäsche zur Last.

Einspruch stattgegeben

Erst vor gut einem Monat hatte ein Ermittlungsrichter in Madrid noch entschieden, dass Hanebuth bis zu zwei weitere Jahre in U-Haft bleiben sollte. Einem Einspruch der Verteidigung war aber am vergangenen Freitag für spanische Verhältnisse überraschend schnell stattgegeben worden. Aus Justizkreisen war zu erfahren, dass man inzwischen nicht mehr befürchte, Hanebuth könne Beweismaterial vernichten oder die Ermittlungen stören. Dem Deutschen würden keine Verdunkelungsabsichten mehr vorgeworfen. Weiter hieß es, das “schleppende Vorankommen der Untersuchungen” sowie die lange Zeit Hanebuths in der U-Haft seien bei der Entlassung ebenfalls berücksichtigt worden.

Hanebuth macht jetzt “Urlaub”

Wie ein Gefängnismitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur sagte, holten zwei Freunde den sichtlich glücklichen Deutschen mit einem roten Wagen ab. Sie hätten ihn überschwänglich unter anderem mit Umarmungen und Schulterklopfen begrüßt. Hanebuth werde auf dem Festland bleiben, sagte sein Anwalt Götz von Fromberg am Dienstag. “Er ist draußen und will jetzt erstmal zur Ruhe kommen.” Wann es zu einer Anklage und einem Prozess kommt, sei völlig offen.

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