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Heinz: Neue CD und eigenes Label

Mehr als zehn Jahre gibt es die österreichische Popband "Heinz" schon. Nun hat die Band ein neues Album herausgebracht. 

Auf dem neuen, insgesamt sechsten Studioalbum „Die bunten Fahnen gehn über die Welt“ (Herr Heinz Records/Hoanzl) warten auf die Fans zwar keine großen Überraschungen, aber wieder guter Powerpop, witzige Texte und der typische „Heinz“-Sound. Der ist diesmal von der zum Trio geschrumpften Band live im Studio eingespielt worden. „Es lebt viel mehr. Es ist extrem organisch und aus dem Bauch entstanden“, sagen die drei Musiker im Gespräch mit der APA.

Bei der Präsentation der neuen CD haben Michi Gaissmaier (Gesang & Gitarre), Conny Dix (Bass) und Bernd Jungmair (Schlagzeug) ein „Torschusswändchen“ aufgestellt. „Wir bereiten uns auf die EURO 2008 vor. Weil das muss ja eh jeder“, sagt Michi. „Bei der momentanen Situation der österreichischen Fußballnationalmannschaft sind vielleicht auch noch Chancen intakt, es ins Team zu schaffen. Was dann auch die Kartenbesorgungsproblematik vereinfachen würde, wenn man mitspielt oder zumindest auf der Bank sitzt.“ Schlagzeuger Bernd würde „den Staubsauger machen, den, der hinten alles ausputzt. Da muss man nicht so viel laufen.“

Spielen sie zumindest offiziell im EURO 2008-Kulturprogramm? „Wenn, dann wüssten wir’s noch nicht. Das kann auch daran liegen, dass so viele offizielle Veranstaltungen auch selber noch nicht wissen, dass sie stattfinden werden“, sagt Michi. Die Band kalauert weiter: „Wir drängen uns nicht auf. Wir sind ja nicht wie die Tamee Harrison. Wenn jemand Geschmack hat, kommt er eh zu uns. Dann können wir ihn bekochen.“ Eines jedoch ist sicher: „Wir wollen beim Finale im Stadion sitzen und wenn möglich die Karten umsonst haben. Weil dann kriegt man die besseren Plätze.“

So hat auch der Albumtitel – „Die bunten Fahnen gehn über die Welt“ – weniger mit Schlachtenbummlern und Fankurven zu tun: „Das ist ein Satz, den ein Zweieinhalbjähriger vor meinen Ohren gesagt hat. Ich fand den schön. Es gibt keine große Geschichte dazu, es ist einfach ein wohlklingender Satz“, so Gaissmaier. Es hat eine „gewisse Tradition, dass der Albumtitel bei uns nicht in sich was aussagen muss.“ Unter den bisher sechs Studioalben-Titeln waren u. a. „Welsfischen am Wolgadelta“, „Karate Karate“ und, zuletzt, „It’s a crazy world“.

Das neue Album erscheint auf dem im August gegründeten eigenen Plattenlabel „Herr Heinz Records“. Die „jahrelange Erfahrung mit diversen Plattenfirmen hat uns gezeigt, dass es der richtige Schritt wäre, es selber zu tun“, sagt Gaissmaier zur Idee, ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten fürs Musikbusiness ein eigenes Label ins Leben zu rufen. „Wir kennen die notwendigen Leute. Wir entscheiden alles selber, alle Rechte liegen bei uns, wir dürfen tun was wir wollen – und wir mögen das sehr gerne.“ Denn „wenn man bei einer großen Plattenfirma ist, da arbeiten viele Leute, da wollen viele mitreden und man ist nicht immer einer Meinung.“ Und vor allem: „Wenn man mit einem großen Apparat arbeitet, muss man auch mit einem großen Apparat teilen. Die Einnahmen einer Band sind relativ karg, wenn man dann noch vier Fünftel hergibt, ist es kaufmännisch so dumm, dass man das nicht machen sollte.“

Mit dem Label kann man auch mehr machen als „Heinz“-CDs: „Ich möchte damit auch andere Dinge verlegen“, sagt Conni – zum Erstaunen seiner Bandkollegen. „Das hör ich zum ersten Mal,“ sagt Bernd, und gebiert gleich eine Idee: „Ich mache eine Schlagzeugerschule auf!“

„Im Grunde genommen sind wir Heinz geblieben“, umreißt die Band die Musik auf dem neuen Album. „Wir haben zwar ein Mitglied unterwegs verloren“, nunmehr zu dritt bleibt man sich aber treu. Im Studio hat man jedoch was neues ausprobiert: „Bei diesem Album haben wir die alte 70er-Jahre-Tradition des Live-Einspielens wiederaufleben lassen. Wir haben selber nicht gedacht, dass die Band so gut im Studio miteinander spielen kann.“

„Wir haben uns immer wieder nachsagen lassen, dass die Band live mehr Energie als auf der Platte rüberbringen.“ Das wollte die Band nun im Studio nachvollziehen. Und „das dauert, wenn eine Band so gut ist wie wir, sehr lange. Wir sind eigentlich irrsinnig schlechte Musiker“, kalauert der Schlagzeuger. „Was soll ich machen, wenn ihr dauernd Fehler macht. Da muss ich ja trotzdem sitzen bleiben. Man muss sich das so vorstellen: Wenn man in die Schule geht, und einer bleibt sitzen, müssen alle sitzen bleiben.“ Conni entgegnet: „Das war vielleicht in deiner Schule so.“

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