Heftiger Streit in USA über Nobelpreis für Obama

In den USA ist ein heftiger Streit um die Vergabe des Friedensnobelpreises an Präsident Barack Obama ausgebrochen. Die Republikaner kritisierten die Entscheidung scharf, die Demokraten warfen ihnen darauf vor, sich mit religiösen Extremisten in ein Boot gesetzt zu haben.
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Die Parteiführung bezog sich dabei am Freitag auf die radikalislamische Hamas und die afghanischen Taliban, die ebenfalls den Preis für Obama kritisiert hatten. Eine Sprecherin der Republikaner wiederum warf den Demokraten “beschämendes” Verhalten vor.

Nur wenige Republikaner beglückwünschten Obama, unter ihnen der Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty. Obamas Wahlkampf-Rivale John McCain hob sich ebenfalls ab und äusserte sich höflich-diplomatisch. Der Preis spiegle die Erwartungen, die an Obamas Politik geknüpft würden, sagte McCain in einem Interview des Senders CNN.

“Ich bin sicher, Obama versteht, dass er dem jetzt noch mehr gerecht werden muss”, sagte der langjährige Senator und fügte hinzu: “Aber als Amerikaner sind wir stolz, wenn unser Präsident einen Preis in einer derart prestigeträchtigen Kategorie erhält.”

Bissige Kommentare

Äusserst scharfe Kritik kam dagegen vom republikanischen Parteivorsitzenden Michael Steele. Die Amerikaner fragten sich, “was hat Obama tatsächlich erreicht?”

Die Entscheidung sei unglücklicherweise Folge von Obamas Strahlkraft als Politstar, so Steele weiter. “Eine Sache ist sicher: Präsident Obama wird keine Preise von Amerikanern für seine Arbeitsbeschaffung, fiskales Verantwortungsbewusstsein oder für das Untermauern von Rhetorik mit konkreten Taten erhalten.”

Der populäre erzkonservative Radio- Talkshowgastgeber Rush Limbaugh kommentierte: “Die Nobel-Gang hat gerade einen Selbstmord- Anschlag auf sich selbst verübt.”

Quelle des Stolzes

“Präsident Obama arbeitet daran, die weltweite politische Führung Amerikas wiederherzustellen…”, sagte dagegen die demokratische Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi. Obama trete Bedrohungen vom Klimawandel bis zum Terrorismus entgegen und kämpfe für Menschenrechte und Frieden.

Der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid, meinte, Obama sei “für viele Amerikaner zu einer grossen Quelle des Stolzes und der Inspiration geworden.”

Ex-Präsident Jimmy Carter, der 2002 selbst den Friedensnobelpreis bekam, sprach von einer “mutigen Aussage der internationalen Unterstützung für Obamas Vision und Verpflichtung”. Ex-Vizepräsident Al Gore, selbst Preisträger 2007, nannte die Auszeichnung für Obama “extrem verdient”.

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