Heftige Waldbrände in Südeuropa

Die Waldbrände in Spanien haben ein achtes Menschenleben gefordert. Nahe Teruel im Osten des Landes starb der Fahrer eines Tankwagens, der Löschwasser transportierte, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten.
Buschfeuer in Südeuropa

Der 50-Jährige sei mit dem Fahrzeug einen Abhang hinuntergestürzt. Teruel gehört zur Region Aragon, die am Donnerstag am schlimmsten von den Feuersbrünsten getroffen wurde. Die Flammen vernichteten mehr als 8.000 Hektar Wald, sechs Ortschaften mit etwa 1.500 Einwohnern mussten komplett geräumt werden. Etwa 500 Helfer sowie 18 Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Wegen des Feuers musste auch die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Madrid und Aragons Hauptstadt Saragossa für fast 20 Stunden gesperrt werden. Rund 7.000 Reisende mussten auf Busse umsteigen. Landesweit kämpften mehr als 1.000 Feuerwehrleute und Soldaten gegen rund zwei Dutzend Waldbrände an. Starker Wind und Hitze bis 40 Grad erschwerten die Löscharbeiten. Am Dienstag waren bei Tarragona an der nordostspanischen Costa Dorada vier Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen im Naturpark Els Ports getötet worden. Der Brand dort loderte auch am Donnerstag weiter, fast 1.200 Hektar Wald wurden zerstört.

Mindestens zwei Tote bei Waldbränden auf Sardinien

Bei Waldbränden auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien sind am Donnerstag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Es handle sich um einen 58 Jahre alten Schäfer aus Pozzomaggiore südlich von Sassari, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. In Südsardinien starb ein älterer Mann, der sich vor den Flammen in Sicherheit bringen wollte, an einem Herzinfarkt.

Ein weiterer Schafzüchter der Gegend gelte als vermisst. Am Donnerstagabend war die Feuerwehr mit neun Löschflugzeugen im Einsatz, wie der Zivilschutzchef Guido Bertolaso mitteilte.

Im Süden der Insel westlich von Cagliari musste die Feuerwehr laut italienischen Medienberichten am Strand von “Capo Pecora” (Schafskap) etwa 120 Badende aus dem Wasser retten, weil ihnen das Feuer den Weg abgeschnitten hatte. Im Norden blieben zahlreiche Touristen stundenlang in Staus auf den wegen der Brände abgesperrten Straßen stecken. Fähren Richtung Festland verschoben daraufhin zunächst ihre Abfahrtszeiten.

Die Brände wüteten vor allem im Norden Sardiniens. Das Feuer werde durch eine Hitzewelle mit afrikanischem Wind und Höchsttemperaturen von bis zu 46 Grad noch verstärkt, erklärten Mitarbeiter des Zivilschutzes am Donnerstag. Was genau die Brände auslöste, blieb zunächst unklar.

Waldbrände auf Korsika dauern an

Bei Busch- und Waldbränden auf der französischen Insel Korsika sind mindestens 4.000 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen. Fünf Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen, berichtete der Sender France Info am Freitag. Etwa zehn Häuser und 50 Autos wurden zerstört. Bisher sei erst einer von drei Brandherden im Süden der Insel unter Kontrolle.

Die Feuer waren am Vortag bei Peri, etwa 30 Kilometer von Ajaccio, sowie in der Nähe von Sartene, etwa 70 Kilometer weiter südlich ausgebrochen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Die meterhohen Flammen haben zahlreiche mehr als hundert Jahre alte Bäume zerstört.

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