HC Samina Rankweil

Philipp Amann
Philipp Amann ©Thomas Knobel
Rankweil. Interview mit Philipp Amann:

MeineGemeinde: Herr Amann, Sie sind einer der Mitverantwortlichen, dass es in Rankweil wieder eine schlagkräftige Eishockeyszene gibt. Die Firma Samina in deren Geschäftsleitung Sie sind, ist Hauptsponsor des HC Rankweil. Sie sind auch Kapitän des amtierenden CS Elite Liga Vorarlberg-Meisters. Was hat Sie bewogen auch das Amt des Obmannes zu übernehmen?
Philipp Amann: Ich bin es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Nachdem der langjährige Obmann Erwin Gmeiner nicht mehr zur Verfügung stand, hat man auch bei mir angefragt. Nachdem ich so viele Verpflichtungen bei Samina habe, war es für mich anfangs kein Thema. Als sich dann bis kurz vor der Jahreshauptversammlung immer noch kein Obmann fand, habe ich mich mit der Situation ernsthaft auseinandergesetzt.

MeineGemeinde: Sie wurden am 3. Juli 2009 zum neuen Obmann gewählt. Warum haben Sie die Wahl angenommen?
Amann: Nach zwei Jahren Hauptsponsor und als Kapitän der 1. Kampfmannschaft habe ich die Organisation und die Menschen, die darin arbeiten, gut kennen und schätzen gelernt. Wir konnten in den zwei Jahren organisatorisch und wirtschaftlich in Rankweil doch einiges bewegen. Zudem ist Rankweil für seine gute Nachwuchsarbeit unter Michal Kopas landesweit bekannt. Nachdem mir der bisherige Obmann Erwin Gmeiner als sportlicher Leiter zugesagt hat, mit Robert Krall (langjähriger Kassier) und auch Eveline Dobler (Schriftführerin) weiterhin im Vorstand zu bleiben und auch Michal Kopas die Nachwuchsarbeit weiterführt, habe ich kurzfristig zugesagt. Mit dieser intakten Mannschaft und mit meinen Ideen und Vorstellungen für die Zukunft war ich bereit, zu kandidieren. Dass ich gar nicht damit geplant habe, hat sich auch darin gezeigt, dass ich bei der Jahreshauptversammlung gar nicht anwesend war und mein Vater Günther W. Amann meine Interessen vertrat und die Wahl angenommen hat. Zudem konnte ich mit meinem langjährigen Mitspieler Gerhard Salzer auch einen guten Vize-Obmann gewinnen.

MeineGemeinde: Wie genau sehen ihre Vorstellungen aus? Welche Ziele verknüpfen Sie mit der Obmannschaft?
Amann: Es hat keinen Wert, über Dinge zu reden, wenn man nicht auch beabsichtigt, den Reden die Taten folgen zu lassen. Ich werde aktiv gestalten und habe mir vorgenommen, den HC Samina Rankweil mit meinem Team nach innen und außen gut zu vertreten. Vor allem soll die Nachwuchsarbeit in Rankweil intensiviert werden, denn Rankweil ist ein guter Boden für talentierte Eishockeyspieler.

MeineGemeinde: Stichwort Nachwuchs, da hat es anlässlich der Jahreshauptversammlung und dann auch danach einige Diskussionen gegeben. Es ging um die präsentierte Spielgemeinschaft mit der FBI VEU Feldkirch. Klären Sie uns bitte diesbezüglich auf?
Amann: In den letzten 5 Jahren praktizierte der HC SAMINA Rankweil im Nachwuchsbereich eine Spielgemeinschaft mit dem EHC Aktivpark Montafon. Diese Spielgemeinschaft hat der bisherige Obmann Erwin Gmeiner einvernehmlich aufgelöst, nachdem es immer wieder Probleme mit dem gemeinsamen Training gegeben hat. Zudem sind in der abgelaufenen Saison auch mit den unterschiedlichen Spielstärken massive Probleme aufgetreten. Es war auch in den letzten Jahren nicht zu übersehen, dass Jahr für Jahr zwischen 2 und 5 Nachwuchsspielern vom HC SAMINA Rankweil zur FBI VEU Feldkirch “abgewandert” sind.

MeineGemeinde: Aber Sie sagten doch gerade, dass Rankweil für eine gute Nachwuchsarbeit bekannt sei?
Amann: Die Spielerübertritte nach Feldkirch erfolgten nicht unbedingt wegen der von uns geleisteten Nachwuchsarbeit, sondern einfach darum, dass sich die Eltern und Spieler bei der FBI VEU Feldkirch eine bessere Zukunftsperspektive erhofften. Stichworte wie Eistraining von Mitte August bis Ende März, qualitativ höhere Meisterschaftsbewerbe und zwar österreichweit und vieles andere sind dafür ausschlaggebend. Des Weiteren hat es seit Bestehen der Spielgemeinschaft mit dem EHC Montafon viele Elternanfragen gegeben, warum wir nicht eine Spielgemeinschaft mit der FBI VEU Feldkirch anstreben, denn dies wäre aus vielen Gründen einfacher und attraktiver. Doch in der Vergangenheit war dies nicht so einfach mit Feldkirch zu einer für alle Beteiligten guten Lösung zu kommen.

MeineGemeinde: Was hat nun in dieser Frage die entscheidende Wende gebracht?
Amann: Dies hat auch etwas mit meinem Vater Günther W. Amann zu tun, der langjähriger Präsident der VEU Feldkirch war und auch heute noch als Ehrenpräsident beste Beziehungen zum Vorstand und zum sportlichen Leiter Michael Lampert sowie zu Nachwuchschef Reini Pierer hat. Bereits in der letzten Saison ist es so gelungen, mit der FBI VEU Feldkirch eine Zusammenarbeit für die 1. Kampfmannschaft abzuschließen. So konnte der Übertritt von Markus Moosbrugger sowie die Unterstützung der Spieler Rederer, Beiter, Grasböck und Grabner vereinbart werden. Dies war auch ein wichtiger Beitrag zum Gewinn der Meisterschaft. Nun wurde dieses Engagement auf den Nachwuchs ausgeweitet und es gibt eine offizielle Spielgemeinschaft zwischen dem HC SAMINA Rankweil und der FBI VEU. Im Nachwuchsbereich hat sich der bisherige Vize-Obmann Hans-Peter Lins zusätzlich sehr engagiert und zahlreiche Meetings absolviert.

MeineGemeinde: Wo sehen Sie die Vorteile dieser Spielgemeinschaft zwischen Rankweil und Feldkirch?
Amann: Generell gilt es zu erkennen, Kooperationen sind überall notwendig, geschäftlich und auch bei Sportvereinen. Dies hat bei uns im Lande schon lange Tradition und so kooperieren die Nationalligavereine EC Dornbirn oder EHC Lustenau schon lange mit anderen Vereinen. Es gibt einfach in bestimmten Jahrgängen zu wenige Nachwuchsspieler, deshalb ist eine Spielgemeinschaft immer sinnvoll. Nunmehr konnten wir mit der FBI VEU Feldkirch eine solche Spielgemeinschaft für sämtliche Mannschaften ausverhandeln, somit gibt es auch keine Abwanderungen nach Feldkirch mehr, denn die Spieler bleiben Mitglied beim HC SAMINA Rankweil und können solange diese Spielgemeinschaft mit der FBI VEU Feldkirch besteht, nicht fix nach Feldkirch wechseln. Ein weiterer großer Vorteil sind die zahlreichen zusätzlichen Möglichkeiten für alle Nachwuchsspieler, das wichtige Trockentraining und auch das Eistraining in Feldkirch ab Mitte August zu besuchen, was aus meiner Sicht eine große Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten für den talentierten Rankweiler Nachwuchs darstellt. Zudem ist nun unser Nachwuchstrainer Michal Kopas sowohl in Rankweil als auch in Feldkirch tätig, was die Zusammenarbeit zusätzlich verbessert. Weiters konnten wir mit der FBI VEU Feldkirch vereinbaren, dass speziell jene Mannschaften ab November in Rankweil Trainings- und Spielmöglichkeiten haben, wo tatsächlich auch Spieler vom HC Samina Rankweil in der Mannschaft sind.

MeineGemeinde: Das klingt ja alles sehr vielsprechend und zukunftsorientiert. Weswegen sind nun tatsächlich Diskussionen und Misstöne aufgekommen?
Amann: Schauen Sie, ich bin jetzt auch schon über 10 Jahre im Business unterwegs. Und es gibt auch bei guten Geschäftsbeziehungen immer wieder Anlass zu Diskussionen. Und gehen tut es in der Regel immer um dasselbe ? das liebe Geld. Dass wir bei einer Spielgemeinschaft mit der FBI VEU Feldkirch dieselben Mitgliedsbeiträge wie in Feldkirch berechnen, ist aus unserer Sicht ebenfalls verständlich. Denn durch die Angebotsverbesserungen mit den zusätzlichen Eis- und Trainingsmöglichkeiten entstehen auch höhere Kosten und damit höhere Mitgliedsbeiträge. Dies bietet aber die Chance für alle Rankweil Nachwuchsspieler ihr Talent voll zu nutzen. Dies sieht im Übrigen auch der Präsident des Vorarlberger Eishockeyverbandes und Kenner der Rankweiler Szene, Wolfgang Urban, genau so. Er hat anlässlich der Jahreshauptversammlung, bei der er persönlich anwesend war, die Spielgemeinschaft zwischen Rankweil und Feldkirch im Sinne des Eishockey-Nachwuchses sehr begrüßt.

MeineGemeinde: Eine weitere Kooperation besteht ja seit vielen Jahren auch mit dem EV Rankweil. Gibt es diesbezüglich Änderungen?
Amann: Auch diese Zusammenarbeit wird natürlich weitergeführt. Wir werden wie bisher gemeinsam mit dem EV Rankweil ein ?Anfängertraining? anbieten und uns über diverse Aktivitäten bemühen, dies auch zu intensivieren.
Des Weiteren planen wir bei entsprechendem Interesse noch eine Trainingsgruppe für Rankweiler Hobby-Nachwuchsspieler, welche ohne Spielbetrieb eine kostengünstige Trainingsvariante beim HC SAMINA Rankweil erhalten sollen.

MeineGemeinde: Nun zur kommenden Saison, wie laufen die Vorbereitungen der 1. Kampfmannschaft und was sind die Ziele für die Saison 2009/2010?
Amann: Zu allererst ist es erfreulich, dass wir nicht nur im Nachwuchsbereich Michal Kopas weiterverpflichten konnten, sondern auch mit Walter Sternat den ?Meistermacher? auch in der neuen Saison sehen werden. Das Sommertraining läuft auf Hochtouren und der Kader steht. Es wird nicht allzu große Veränderungen geben, der eine oder andere Spieler wird dazu stoßen. Durch die Spielgemeinschaft mit der FBI VEU Feldkirch können wir in der kommenden Saison wieder einige Nachwuchsspieler von Feldkirch sehen. Auch werden wir den neuen schwedischen Trainer der FBI VEU Feldkirch, Bengt Ericsson des Öfteren in Rankweil sehen. Das Ziel eines Meisters ist klar ? den Meistertitel erfolgreich zu verteidigen.

MeineGemeinde: Haben Sie noch einen besonderen Wunsch für die kommende Saison?
Amann: Ich hoffe, dass wir rundherum wieder so viel Unterstützung bekommen wie in der letzten Saison. Angefangen bei den Verantwortlichen der Marktgemeinde Rankweil und den Eismeistern, den Sponsoren, Eltern und nicht zuletzt bei unseren treuen Fans.

(Quelle: Meine Gemeinde – Thomas Knobel)

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