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Hatler Tatoo

Östlich der dröhnenden Arlbergstraße, oberhalb des Rosenkadaver, gibt es eine Geschichte, die das Hatlerdorf als das älteste besiedelte Gebiet Dornbirns ausweist. Während das Zentrum um die Hatler Kirche von der Stadtverplanung mit ein paar Strichen zum Verkehrszubringer Süd entstellt wurde, stammen genau von hier die ältesten archäologischen Hinweise auf eine frühe Besiedlung im Gebiet der heutigen Stadt Dornbirn. Das Mittelfeld bezeichnete ursprünglich den mittleren Teil des oberen Hatler Felds. In diesem Gebiet, das sich östlich der heutigen Arlbergstraße erstreckt und etwa auch die Gegend der sich gerade feiernden braven Pfarrgemeinde St. Leopold („150 Jahre Mund, Augen, Ohren zu und durch“) und des Hatler Friedhofs miteinschließt, findet sich zumindest ein Indiz, das eine alamannische Besiedlung vermuten lässt.

Alamannen (heutige Bezeichnung) wurden in Vorarlberg von älteren Historikern überaus gerne herbeigeschrieben, sobald nur der geringste Anlass gegeben war. Faktum ist: Während es in Deutschland und der Schweiz vor Alamannen nur so wimmelte, tauchen sie in Vorarlberg kaum auf. Das demonstrierte 2014 die Sonderausstellung des Vorarlbergmuseums. “Wir haben im Depot ein Dutzend germanische Fundstücke. Wenn man großzügig ist, sind es zwei Dutzend“, erklärte der stv. Direktor Gerhard Grabher (zit. vol.at). Dies habe mehrere Gründe. Im Gegensatz zu den Römern bauten die Alamannen keine Steingebäude, sondern Häuser aus Holz und Lehm. Diese seien heute nur schwer zu entdecken, statt Steinmauern habe man nur Verfärbungen im Boden. Im Gegensatz dazu stünden die Gräberfelder. Sie seien leichter zu finden und voller Grabbeilagen wie Waffen und Schmuck. Manche Grabbeilagen seien typisch für Gräber der Alamannen. Diese Grabbeilagen fehlen in Vorarlberg.

Nicht so in der Mittelfeldstraße. 1898 entdeckte man hier bei Bauarbeiten ein Skelettgrab, das auf Grund der Grabbeigaben als alamannisch identifiziert und in das 6. oder frühe 7. Jahrhundert datiert wurde. Es könnte Teil eines Gräberfeldes gewesen sein (Alois Niederstätter: Geschichte der Stadt Dornbirn, S 16). Der Fund deute an, dass zu dieser Zeit hier eine erste alamannische Siedlung bestanden habe. Das Hatler Skelett hatte ein Messer und einen Sax, ein leicht gekrümmtes Kurzschwert, bei sich. Die Waffen waren offenbar wesentlich für den skelettierten Hatler.

Von „Red mit“ oder „Bürgermitsprache“ dürfte der wehrhafte Hatler also schon damals wenig gehalten haben. Er wurde ja auch nicht zum Verkehrszubringer entwürdigt. Sax, Messer und Skelett ergäben so gesehen eine zeitgemäße wehrhafte Hatler Hautbemalung. Die Umsetzung bietet sich gleich vor der Kirchentüre an: inmitten des Durchzugsverkehrs neben Wettbüro „Lucky Shamrock“ und Pfarrkirche im Tatoostudio „Herzblut“.

 

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