Hartl verpasste Einzug ins Finale

Raphael Hartl hat am Mittwochvormittag in den Ruderbewerben der Olympischen Spiele in Athen den Einzug ins Einer-Finale klar verpasst.

Einer-Ruderer Raphael Hartl hat am Mittwochmorgen auf der olympischen Anlage in Schinias in seinem Halbfinale den fünften Platz belegt und ist damit am Donnerstag im C-Finale um einen Rang zwischen 13 und 18 (10:30 MESZ) mit dabei. Laufsieger wurde der Este Jueri Jaanson vor dem Belgier Tim Maeyens. aus den anderen zwei Halbfinali haben sich Vaclav Chalupa (CZE), Santiago Fernandez (ARG), Olaf Tufte (NOR) und Iwo Yanakiew (BUL) für die Medaillenentscheidung qualifiziert. Überraschend ausgeschieden ist der Deutsche Marcel Hacker, der Olympiadritte von Sydney 2000.

Hartl lag bei der 500-m-Marke an vierter Stelle, war bei 1.000 m Sechster und bei 1.500 m Fünfter. Der Oberösterreicher startete im Finish noch eine Aufholjagd auf den vor ihn liegenden Kubaner Yuleidys Cascaret Iznaga, unterlag mit der schnellsten Zeit auf den letzten 500 m im Kampf um Platz vier und eine Teilnahme am B-Finale aber um 32/100 Sekunden. „Ich ärgere mich jetzt sehr, bin enttäuscht und traurig, denn das B-Finale war mein Ziel und wäre drinnen gewesen. Es war ganz knapp, aber ich habe zu spät angezogen, zu spät reagiert. Der Start war eigentlich ganz gut“, analysierte Hartl, der erst seit dieser Saison im Skiff antritt.

Eigentlich hätte er sich aber nicht erwartet, überhaupt „so mit dabei“ zu sein. Hartl klagte nach der aufreibenden Olympia-Qualifikation in diesem Jahr über Müdigkeit, fühlte sich in Athen nicht in Form, nicht spritzig genug. „Ich bin ohne Erwartungen hergekommen, hatte aber auch keinen Druck. Vielleicht habe ich die Konkurrenz auch etwas unterschätzt. Da sind kaum bekannte Amerikaner und Asiaten dabei, und den Kubaner habe ich zum Beispiel überhaupt noch nie gesehen.“ Jetzt wird der 28-jährige Zeitsoldat alles daran setzen, das C-Finale zu gewinnen und 13. zu werden, und sich danach erst Gedanken über die Zukunft machen.

Wenn man mit nichts rechnet, und dann zumindest – im Verhältnis zur absoluten und im Einer erfahrenen Weltklasse – eine ansprechende Leistung und Einsatz zeigt, fällt auch das Lob von Johannes Gotsmy, dem Sportkoordinator des österreichischen Ruderverbandes, positiv aus. „Es war für ihn ein Bombenrennen. Er ist super gefahren, hat Moral gezeigt. Das Ergebnis spiegelt in diesem Fall nicht die wahre Leistung wieder.“

So sah es auch Nationaltrainer Martin Kessler. „Die Freude über die Leistung ist größer als die Enttäuschung, dass er das B-Finale verpasst hat. Das war wieder der Raffi. Leider war er von den Vorläufen unsicher, das hat sich heute mit der zu späten Attacke gezeigt. Aber er ist wieder dort, wo er hingehört. Das zeigt uns, dass wir richtig gearbeitet haben.“

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