Harter Job bei Minus-Graden

Alberschwende - Minus drei Grad zeigt das Thermometer an. Am späteren Vormittag des Dreikönigtages bei der Eisarena in Alberschwende. Kalt genug, um sich nach einigen Minuten im Freien liebend gerne in die warme Stube zu verfügen.

Draußen am Eis dreht indes Wolfgang Mitgutsch mit der Eisreinigungsmaschine seine Runden. So wie er das zirka 20-mal die Woche macht. „Auch schon bei Minus 16 Grad”, wie Mitgutsch wenige Minuten später im warmen Raum erklärt.

Abgehärtet

Der 50-Jährige ist der wohl abgehärtetste Eismeister des Landes. Denn es ist schon ein Unterschied, ob man eine Kunsteisbahn in einer Halle reinigt, oder bei sibirischen Temperaturen unter freiem Himmel. „Ich bin robust”, lächelt der ehemalige Spitzen-Langläufer, der sich als ehrenamtlicher „Eismanager” von Alberschwende bezeichnet. „Ich betreue diese Anlage, kümmere mich um Auf- und Abbau, manage das Personal”, umschreibt Mitgutsch das ganze Spektrum seiner Tätigkeit. Wobei er im Hauptberuf Zöllner ist. „Beim Güterbahnhof in Wolfurt bin ich in der Abteilung für Verbrauchersteuer tätig.” Im Winter, so Mitgutsch, würde er mit seinem Job in Alberschwende oft 16 Stunden arbeiten.

Stolz auf Söhne

„Da ist es wichtig, wenn die Familie das akzeptiert.” Gut, dass Wolfgang Mitgutsch bei seinem Zweitjob in Alberschwende wenigstens den Großteil seiner Familie oft dabei hat. Seine drei Söhne Marcel (23), David (21) und Bernd (19) spielen alle in der Kampfmannschaft des EHC Bregenzerwald. Da sieht man sich bei Trainings und Spielen. Der Papa ist sehr stolz auf seine Söhne. „Wenn die Kinder Sport betreiben, sind sie gut aufgehoben. Der Sport bietet eine der besten Anworten auf gesellschaftliche Probleme”, ist Mitgutsch überzeugt.

Hallen-Traum

Mit den richtigen Antworten auf wetterbedingte Probleme muss er als Eismeister stets aufwarten können. Zum Beispiel wenn das Eis bei großer Kälte spröde zu werden droht, oder wenn die Eisfläche Schneefall ausgesetzt ist und dann ganz besonders akribischer Reinigung bedarf. Dann ist die ganze Routine und Erfahrung des Eismeisters gefragt. „Natürlich bekommst du mit der Zeit ein Gefühl dafür, was du tun musst”, sagt Wolfgang Mitgutsch. Und schließlich habe er auch einen guten Lehrmeister gehabt. „Den Berni Schraven, den Eismeister aus der Lusten­auer Rheinhalle.” Das Wort Halle bleibt für den Open-Air-Eismeister ein Reizwort. „Ich hoffe, dass es bald in Mellau eine Eishalle gibt”, würde Mitgutsch nicht ungerne auch einmal mit einem Dach über dem Kopf arbeiten.

 

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