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Harry Potter rettet die deutsche Buchbranche

Zum Jahresende darf der deutsche Buchhandel auf Harry Potter anstoßen. Bis Silvester wird sich Joanne K. Rowlings sechster Band etwa zwei Millionen Mal auf Deutsch verkauft haben.

Damit hat der in die Pubertät gekommene Zauberlehrling keinen geringen Anteil daran, dass die Branche erstmals seit vier Jahren voraussichtlich wieder ein kleines Plus von knapp über einem Prozent erzielt.

Mit einem geschätzten Erlös von 45 Millionen Euro schlägt Harry Potter immerhin für 0,5 Prozent des gesamten Branchenumsatzes zu Buche. „Für einen Titel ist das eine ganze Menge“, sagt der Hamburger Marktexperte Boris Langendorf. Motor des Branchenumsatzes waren dieses Jahr ausgerechnet die Romane – also die Belletristik, der manche im Vergleich zum Sachbuch vor einigen Jahren nicht mehr viel zugetraut hatten.

Das Plus bei der Belletristik von (bis Ende Oktober) rund fünf Prozent bei gebundenen Büchern liegt jedoch nicht nur am vielfältigen Leseangebot, sondern auch an Marktveränderungen. Die sehr billigen Roman-Sondereditionen von großen Medienhäusern wie der „Süddeutschen Zeitung“ oder „Bild“ haben im Handel eingeschlagen.

Leidtragende dieser „Drittgeschäfte“ der Zeitungs- und Zeitschriftenkonzerne sind nicht unbedingt die Buchverlage, sondern der Handel, wie Stephan Füssel glaubt. „Die Verlage machen durchaus ihr Geschäft mit diesen Reihen, während die Sortimenter (Buchhändler) massiv darunter leiden“, sagt der Leiter des Instituts für Buchwissenschaft an der Universität Mainz.

Immer mehr kleine Buchläden bleiben auf der Strecke. Die führenden Unternehmen – allen voran Thalia, Hugendubel und Weltbild – haben dieses Jahr im Handel ihre Stellung weiter ausgebaut. Der Anteil der zehn größten am Gesamtumsatz ist dieses Jahr von 27,4 auf 29 Prozent gestiegen, wie Langendorfs Branchendienst ermittelt hat. Dabei nimmt der Internet-Buchhandel weiter zu.

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