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Hardwarestress: Spellforce 2

Das E-Gaming hat seine Wurzeln in Fernost und den USA. Aber auch in deutschen Landen gibt es eine Firma, die mit ihren Titeln die Herzen der Fans im Sturm erobert hat: Phenomic.

Die von Jowood vermarkteten Titel haben auch international für Furore gesorgt, für viele Fans ist alleine Gothic das Rollenspiel aller Rollenspiele. Mit Spellforce legte Phenomic mit einer auf der Basis der Engine eines vorangegangen U-Boot Actionspiels seinerzeit gleichermaßen schönen und hardwarehungrigen Mischung aus Rollenspiel und Strategie den Grundstein für ein neues Genre.

Perfekter Mix

Noch nie war es gelungen, Helden Management und Ressourcengewinnung, Basisbau und packende Echtzeitschlachten so stimmig präsentiert auf den Bildschirm zu bekommen. Leider war die Grundversion des Spiels damals sehr bug-geplagt, bei vielen Besitzern von ATI Grafikkarten startete das Spiel erst gar nicht. Doch Phenomic besserte rasch nach und lieferte Patches, die die gröbsten Fehler beseitigten. Obwohl Spellforce mit den dann erscheinenden Addons Multiplayermodi nachlieferte, waren die wegen extremer Performanceeinbrüche kaum spielbar. Doch die stimmige Solo Kampagne, in ansprechender Grafik präsentiert, tröstete neugewonnene Fans auch darüber hinweg. Nun legt Phenomic nach: Mit Spellforce 2 kommt eine sehr zugängliche Mischung aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie auf den Markt, die international wieder ihre Erfolge feiern wird, soviel ist sicher. Zumindest spielerisch zugänglich, denn technisch setzt SF 2 zwar Maßstäbe, doch kann in einigermaßen schöner Optik eigentlich nur auf sehr hochpreisigen Systemen durchwegs flüssig gespielt werden. Schade eigentlich, denn spielerisch hat Spellforce 2 unglaublich viel Umfang, tolle Spielmodi, eine tolle Mischung und eine wirklich schöne Grafik zu bieten, die über alle Genregrenzen hinweg neue Maßstäbe setzt. Besitzer einer Grafikkarte unterhalb der 300 Euro Grenze sollten sich jedenfalls auf eine karge Grafik einstellen, zumindest ist SF 2 skalierbar, also anpassbar und runterregulierbar.

Launch mit Bauchweh

Dennoch häuften sich gleich nach dem Launch von Spellforce 2 im offiziellen Beschwerden gefrusteter, verzweifelter, ja wütender Kunden. Von Abstürzen, Bugs und sogar Startschwierigkeiten, die den Start des Spiels verunmöglichten, war die Rede. Wurzel vielen Übels war bei zahlreichen Kunden der von Phenomic angewandte Kopierschutz Starforce. Dieser Kopierschutz ist in der Szene sehr stark umstritten, und ersetzt durch Treiber die normalen Treiber des CD/DVD Laufwerks des Rechners. Ohne die Installation dieser Treiber im System startet Spellforce 2 gar nicht. Zudem funktionieren die Treiber offenbar nicht bei allen Systemen einwandfrei. Auch ich hatte oft Mühe, das Testmuster zum Laufen zu bekommen, oft half nur ein Neustart des Systems. Dass Phenomic sich in Bezug auf die Verkäufe dieses genialen Titels selbst derartige Prügel zwischen die Beine legt, ist eigentlich unverständlich und schade um dieses geniale Stück Software, das wohl nicht alle ungestört spielen können, obwohl sie wollen. Aber eines muss man dem Sequel in dieser Hinsicht lassen: Es kam technisch ausgereifter auf den Markt als Spellforce damals.

Spielerische Perle

Vom spielerischen her ist Spellforce 2 für mich als Liebhaber beider Genres ein echtes Meisterstück, auch wenn die Puristen jammern. Es ist alles da: Eine sagenhafte Geschichte, ein hochpäppelbarer Held, coole Waffen und Rüstungen, schicke Zaubereffekte, ein Gefolge aus einigermaßen intelligenten Helden, die ebenfalls aufsteigen und mächtiger werden.

Dumme Alliierte?

Stichwort Intelligenz: Von der technischen Seite her würde ich das Verhalten der eigenen Einheiten schlichtweg als chaotisch bezeichnen. Und ich hatte beim Testen auch mehr als einmal den Eindruck, dass die Wegfindungsroutinen (Programm zum Berechnen eines Weges einer Spielfigur von Punkt A nach B auf der Spielmap) meinen armen Pentium 3 GHZ bis an die Grenzen des belastbaren überforderten. Zudem irrten manche Einheiten nicht selten im Kreis, verhedderten sich ineinander oder blieben an Geländekanten moonwalkend hängen. Der Mix zwischen Rollenspiel und RTS ist sehr gelungen, Maps mit reinem Abenteuer und viel Atmosphäre wechseln mit fordernden Aufbaukarten. Bei denen nicht selten rasch aufgebaut werden musste, um nicht vom Gegner, der jetzt im Gegensatz zu Spellforce 1 auch Ressourcen sammeln muss, überrannt zu werden. Spielmodi hat SF 2 einige zu bieten: Neben der eigentlichen Kampagne, die mit unterschiedlichen Helden mehrmals mit unterschiedlichem Erlebnis gezockt werden kann, lockt ein RPG-lastiges freies Spiel, und diverse Multiplayermodi, die mal besser, mal schlechter funktionieren. Übers Internet habe ich einige Partien probiert, die leider allesamt nicht wirklich flüssig liefen. Auch hier muss Phenomic nachbessern. Zwar wurde bereits ein Patch geliefert, der einige der gröbsten Probleme beseitigt, aber noch immer wird von Experten angeraten, für ein optimales Spielvergnügen einen AMD 64 X2/4800 mit einer Geforce 7800 GTX und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher im System zu haben. Nur damit wir uns das auf der Zunge zergehen lassen: Eine solche Hardwarekonfiguration schlägt derzeit mit etwa 1.500 bis 1.700 Euro zu Buche, und zwar nur für Prozessor, RAM und Grafikkarte. Wenn man bedenkt, dass die neueste Next Generation-Spielekonsole Xbox 360 in der Luxus Ausführung nicht gerade billige aber bezahlbare 400 Euro kostet, kommt man da ins Grübeln. Wer soll das bezahlen, Phenomic?

Fazit: Ich würde allen nervlich belastbaren Fans von RPG und Echtzeitstrategie, die über ein entsprechend motorisiertes System verfügen, uneingeschränkt zu Spellforce 2 raten. Allen anderen Interessierten würde ich raten, noch ein paar Patches abzuwarten und zu sehen, wie sich das Spiel entwickelt. Bis dahin ist die dafür benötigte Hardware, die es erlaubt, Spellforce 2 in einigermaßener Schönheit zu zocken, vielleicht auch bezahlbar. Mir hat SF 2 mit den hier beschriebenen Mankos dennoch sehr gut gefallen, am Spiel an sich gibt es nichts zu kriteln, es ist wunderschön, zaubert eine tolle Atmosphäre und ist für weit über 100 Stunden Spielzeit gut.

KOMMENTAR

Obwohl ich kein Experte in Sachen Kopierschutz bin, so liest man auf unzähligen Internetseiten Beschwerden verärgerter User von Problemen mit Starforce. Wieso Phenomic nur bei den deutschsprachigen Versionen auf Starforce (Anm. die in Spanien erscheinende sowie die Übersee-Versionen haben einen anderen Kopierschutz) setzte, bleibt dem Normalbürger wohl verborgen. Faktum ist, dass durch solche rigorosen Kopierschutzmaßnahmen zumeist die ehrlichen Kunden in ihrem Spielerlebnis beeinträchtigt werden. Geknackte Versionen kommen ohne Treiber, die sich tief im Windows-Systemordner einnisten, daher. Bereits Sony musste in der Vergangenheit international herbe Prügel für einen Spyware-ähnlichen Kopierschutz einstecken. Ubisoft hat aktuell seine Zusammenarbeit mit der Firma, die Starforce herstellt, beendet. Wieso sich Phenomic/Jowood den Erfolg eines derartig hochkarätigen Titels von Problemen um und mit Starforce beeinträchtigen lässt, kann ich nicht nachvollziehen. Von Spellforce 2 gibt es auch eine Collectors Edition, die ihr Geld mehr als wert ist, – und solche Maßnahmen erscheinen mir als verkaufsfördernde und Raubkopien-verhindernde wirksamer als Kopierschutz-mechanismen. Denn solche den User in seinen Rechten einschränkende Willkür könnte den Schuss nach hinten losgehen lassen und Kaufinteressenten zu illegalen Mitteln greifen lassen, wobei sie vielleicht sogar noch die Kaufversion mit dem lästigen Kopierschutz im Regal stehen haben.

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