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Happy Birthday: Entertainer Peter Rapp feiert 75. Geburtstag

Rapp feiert am 14. Februar seinen 75. Geburtstag.
Rapp feiert am 14. Februar seinen 75. Geburtstag. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Zum 75. Geburtstag lässt sich TV-Urgestein Peter Rapp groß feiern: Am 16. Februar lädt er gemeinsam mit der Kultcombo Monti Beton zu "Spotlight reloaded" in die Wiener Stadthalle.

Seit mehr als 50 Jahren ist er aus den Wohnzimmern nicht wegzudenken: Peter Rapp hat als Moderator und Entertainer die österreichische Fernsehlandschaft geprägt. Es war also das Ende einer Ära, als zum Jahreswechsel die von ihm moderierte “Brieflos-Show” ein letztes Mal ausgestrahlt wurde. Seine Fans können ihn trotzdem feiern, begeht der Wiener seinen 75. Geburtstag doch mit großer Show.

Große Geburstags-Show in der Wiener Stadthalle

Immerhin lädt er gemeinsam mit der Kultcombo Monti Beton in die Wiener Stadthalle F: Dort heißt es am 16. Februar “Spotlight reloaded”, war die Popmusiksendung doch einer der ersten ganz großen Hits von Rapp. “Ich hoffe, es wird schön”, sagte Rapp dazu im APA-Interview.

“Ich wünsche Monti Beton, dass es ausverkauft ist. Die haben ja das Geld in die Hand genommen. Es ist nicht so billig, die Halle anzumieten. Ich habe mir direkt Sorgen gemacht. Freunde, was ist, wenn ich den Aufführungstermin nicht mehr erlebe?” Zwar gebe es dafür eine “Lösung”, schmunzelte Rapp. “Aber das verrate ich erst am 16. Februar.”

Kultmoderator Peter Rapp wird 75 Jahre alt

Dann wird sein Geburtstag bereits zwei Tage zurückliegen: Geboren wurde Peter Rapp am 14. Februar 1944 in Wien. Seine musikalische Ader kam schon früh durch, als Bub war er Mitglied bei den Wiener Sängerknaben. Nach dem Gymnasium meldete sich Rapp für 15 Monate freiwillig zum Militärdienst und erreichte den Rang des Korporals.

Im Anschluss verfolgte er eine journalistische Laufbahn, als er für die Tageszeitungen “Krone” und “Express” tätig war. Nebenbei widmete er sich aber seiner Bühnenleidenschaft und gab den Rock’n’Roll-Sänger. Bis zu seinem Fernsehdebüt bei der von Willy Kralik moderierten Sendung “Teenagerparty” im Jahr 1963 folgten auch noch Tätigkeiten als Fremdenführer, Mietwagenchauffeur oder Statist beim Film.

Seit mehr als 50 Jahren Teil der österreichischen Fernsehlandschaft

Die große Leidenschaft blieb allerdings das Fernsehen. Zunächst heuerte Rapp im Jahr 1967 zwar als Radiosprecher bei Ö3 an, aber bereits ein Jahr später wurde er Präsentator der Jugend-Pop-Sendung “Spotlight”, die er bis 1978 leitete. Nach zwischenzeitlichen Engagements bei ARD, ZDF und der “Europawelle Saar” folgten mit “Hoppala”, “Die große Chance” oder “Wer A sagt” weitere prägende Fernsehformate.

“Ich habe jede einzelne Sendung mit Freude gemacht”, betonte Rapp, “deswegen habe ich auch keine Favoriten. Aber wenn es darum geht, welche Sendungen die erfolgreichsten waren, dann ist da sicher ‘Spotlight’ von der Nachhaltigkeit auf Platz 1, weil es zur Kultsendung unter Musikern und jungen Leuten geworden ist. Dann kommt ‘Hoppala’. Zu der Zeit gab es keine Privatkanäle und kein Internet, weshalb ich bis zu 3,6 Millionen Zuseher hatte.” Eine Zahl, die heute kaum vorstellbar ist. “Würden wir das heute schaffen, bekomme ich einen Vertrag auf die nächsten 100 Jahre”, so Rapp. Aber auch “Wer A sagt” oder “Wurlitzer” stießen auf reges Interesse. “Ich habe immer die Sendung gemocht, die als letztes den großen Erfolg hatte”, gab er sich pragmatisch.

Auch negative Schlagzeilen: “Ich blicke nicht zurück”

Aber auch das Leben von Peter Rapp hatte seine Tiefen. So sorgte er etwa in den 90er-Jahren für Schlagzeilen, als ihn finanzielle Schwierigkeiten in den Privatkonkurs zwangen. “Ich blicke nicht zurück und schleppe keinen Rucksack etwaiger Misserfolge oder Fehlleistungen mit mir herum”, meinte er vor einigen Jahren darauf angesprochen. “Wozu denn auch? Was war, das war.”

Und so waren es in der Folge dann auch wieder seine TV-Auftritte, mit denen Rapp im Mittelpunkt stand. Der Dauerbrenner “Millionenrad” begann 1990 und lief nach der Währungsumstellung auf den Euro bis Ende 2018 als “Brieflos-Show” weiter. Mit Martina Rupp moderierte er die Hauptabendshow “Champion” (1997 bis 2000), bis 2011 war er zudem das Gesicht der “Licht ins Dunkel”-Gala im ORF. Zwei Jahre später wurde Rapp schließlich als beliebtester Moderator der Kategorie “Show” mit einer Romy ausgezeichnet – beileibe nicht der erste Preis, den er mit nach Hause nehmen durfte.

Kein Abschied von der TV-Bühne geplant

Auch als Synchronsprecher machte er von sich reden, war er doch Teil des Animationskinofilms “Die Abenteuer von Mr. Peabody und Sherman” (2014). Im Jahr davor erlitt er einen Herzinfarkt, dessen Folgen den Entertainer nur kurz vom Bildschirm verbannen konnten. Schon im Herbst 2013 war er wieder Teil der ORF-Show “Die große Chance” – ein Format, das er bereits in seiner ersten Auflage in den 1980er-Jahren mitgestalten konnte.

Über künftige Vorhaben gibt sich Rapp aktuell zugeknöpft. “Es ist ganz seltsam – alle glauben, ich muss zu einem anderen Sender wechseln. Muss ich nicht!” Er habe durchaus interessante Angebote vorliegen. “Ich bin jetzt, wenn man so will, wie ein Fußballer, der ohne Ablöse frei wird: Ich kann mir aussuchen, was ich mache.” Er müsse sich nicht einem Sender “mit Leib oder Seele” verschreiben. Ein Abschied von Bühne oder Moderationstätigkeit ist aber kein Thema. “Ich habe immer meinen Traum gelebt”, unterstrich Rapp. “Pension ist etwas für Angestellte, Arbeiter und Beamte. Künstler gehen nicht in Pension.”

ORF-Specials zum Jubiläum

Der ORF würdigt seinen langjährigen Star zum 75er jedenfalls ausgiebig: Am 9. Februar heißt es zunächst “Rapp’n Roll”, wenn auf das Leben und die Karriere des Entertainers zurückgeblickt wird, wühlt sich Rapp im Anschluss mit Russkaja-Sänger Georgij Makazaria durch die Welt von “Spotlight” und gibt es auch ein Best-of aus “Hoppala” (ab 21.55 Uhr auf ORF 2). Am 19. Februar ist Rapp schließlich bei der ORF III-Sendung “erLesen” zu Gast.

Rapp im Interview: “Ich mache genug eigene Blödheiten”

Ein nostalgischer Mensch ist der Wiener zwar nicht, im Interview mit der APA sprach er dennoch über alte Erfolge und meinte zu künftigen Vorhaben: “Es gibt nichts zu verraten.”

APA: Das Konzert steht unter dem Motto “Spotlight reloaded”, eine Ihrer erfolgreichsten Sendungen…

Peter Rapp: Das heutige Wort dafür heißt nachhaltig, was mir allerdings auf den Zeiger geht. Aber keine Sendung ist den Menschen in meinem Alter so in Erinnerung geblieben wie “Spotlight”. Weil es eben die erste war, die diese populäre Musik, die man nicht einmal im Radio wirklich hören konnte, auch optisch wiedergegeben hat. Auf einmal sind die Leute gekommen, zu uns ins Studio, und haben dort ihre Sachen zum Besten gegeben – oder wie Udo Lindenberg gesagt hat: zum Vortrag gebracht.

Sind “Spotlight reloaded” sowie der 75. Geburtstag für Sie Anlass, um zurückzublicken?

Ich bin kein nostalgischer Mensch. Schon deswegen, weil ich mich eh kaum erinnern kann. Aber wenn man ein Konzert macht, steht natürlich die Musik im Vordergrund. Wenn sich dort aber auch die Gelegenheit ergibt, über ein Leben mit 75 Jahren zu berichten – zum Beispiel, warum vor vielen Jahren die Entwicklung des Klopapiers viel wichtiger war als jene des Handys -, dann sind das Themen, die ich vielleicht aufgreifen werde. Weil es lustig ist. (lacht)

Ende 2018 ist die letzte “Brieflos-Show” im ORF ausgestrahlt worden. Blicken Sie auf Ihre Moderationen wehmütig zurück?

Das ist wie wenn man mit einem Beamten redet, ob er nicht wehmütig zurückschaut auf die letzten Lizenzen, die er vergeben hat. (lacht) Ich habe jede einzelne Sendung mit Freude gemacht, deswegen habe ich auch keine Favoriten. Aber wenn es darum geht, welche Sendungen die erfolgreichsten waren, dann ist da sicher “Spotlight” von der Nachhaltigkeit auf Platz 1, weil es zur Kultsendung unter Musikern und jungen Leuten geworden ist. Dann kommt “Hoppala”. Zu der Zeit gab es keine Privatkanäle und kein Internet, weshalb ich bis zu 3,6 Millionen Zuseher hatte. Würden wir das heute schaffen, bekomme ich einen Vertrag auf die nächsten 100 Jahre. Ich habe immer die Sendung gemocht, die als letztes den großen Erfolg hatte.

Sie haben viele Entwicklungen im Fernsehen mitbegleitet, auch mitgestaltet. Wie sehen Sie die Branche heutzutage?

Es hat sich einfach unglaublich viel verändert. Dadurch, dass alles auf viele, viele Fernsehstationen aufgeteilt ist, weiß man noch nicht, wo die Entwicklung hingeht. Aber was Nachrichten oder Events betrifft, wird Fernsehen sicher weiterhin eine ganz große Rolle spielen. Man muss nur aufpassen, dass der Einfluss der Politik aufs Fernsehen nicht allzugroß wird. Die können viel ruinieren.

Die große Unterhaltungsshow am Samstagabend gibt es heute nicht mehr. Ist diese Form einfach nicht mehr zeitgemäß?

Aus meiner Sicht ist es vorbei. Früher hat sich für eine Sendung die Familie zusammengefunden – sofern sie ein Fernsehgerät hatte. Die Jugendlichen heute gehen ins Internet und sind klug genug um zu sagen: Wir gehen essen, gehen ins Theater, gehen ins Kino. Und die Konzentrationsspanne der Menschen hat sich verringert. Wenn du heute nicht innerhalb von fünf Minuten etwas bringst, was den Leuten gefällt oder interessant ist, dann haben sie schon die Fernbedienung in der Hand.

Waren Sie persönlich immer an neuen Trends interessiert und haben das intensiv beobachtet?

Nein, habe ich nie. Ich hatte immer genug damit zu tun, vor der eigenen Türe zu kehren. Da kann ich mich nicht auch noch darum kümmern, was die anderen machen. Ich mache genug eigene Blödheiten.

Wie sehen Ihre Vorhaben für die kommenden Monate aus?

Es ist ganz seltsam – alle glauben, ich muss zu einem anderen Sender wechseln. Muss ich nicht! Ich bin jetzt, wenn man so will, wie ein Fußballer, der ohne Ablöse frei wird: Ich kann mir aussuchen, was ich mache. Es gibt drei, vier interessante Angebote, ohne dass ich mich mit Leib und Seele einem neuen Sender oder sonst etwas verschreibe. Ich habe für 2019 auch, ähnlich wie mit Monti Beton, viele Angebote, um auf Bühnen zu arbeiten. Ich hätte etwa den Erzähler in der “Rocky Horror Show” geben können. Nur: Die haben sechs Wochen Probe von 10 bis 18 Uhr. Da habe ich gesagt: Vor 14 Uhr findet bei mir kein Leben statt. Dann haben sie mir gleich wieder abgesagt. Fand ich auch gut so.

Also werden Sie uns nichts verraten?

Es gibt nichts zu verraten!

Gibt es andererseits etwas, das Sie immer schon machen wollten, aber – aus welchen Gründen auch immer – nie realisieren konnten?

Nein. In dem Fall wäre ich wie ein normaler Rentner, der sagt: Ich gehe jetzt in die Rente und kann jetzt endlich Orchideen züchten. Ich habe immer meinen Traum gelebt. Genau das, was ich wollte, habe ich mein Leben lang gemacht. Daher war es auch nie Arbeit. Pension ist etwas für Angestellte, Arbeiter und Beamte. Künstler gehen nicht in Pension. Die hören auf, wenn sie nicht mehr wollen. Aber: Ich war vor acht Jahren nicht sicher, ob mir überhaupt je eine Pension zusteht. Also bin ich in die BVA gegangen und habe nachgefragt. Dort meinte man: Sie haben ihr Leben lang eingezahlt, natürlich steht Ihnen eine Pension zu. Na, her damit! Seitdem bin ich, was die BVA betrifft, in Pension. Als Künstler bin ich immer noch nicht in Pension. Es macht einfach Spaß. Ich komme ja noch ohne fremde Hilfe auf die Bühne rauf.

(Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA)

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