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Handball-EM: Österreich mit Videoanalyse zum "gläsernen Spiel"

Nach dem Spiel gegen Mazedonien sollte genug Wut im Bauch vorhanden sein.
Nach dem Spiel gegen Mazedonien sollte genug Wut im Bauch vorhanden sein. ©EPA
Zuschauer lieben, Trainer hassen sie: Überraschungen. Und damit diese im Lauf eines Spiel im überschaubaren Rahmen bleiben, setzen auch ÖHB-Männer-Coach Patrekur Johannesson und sein Co-Trainer Erwin Gierlinger in starkem Ausmaß auf die Videoanalyse.

Nicht nur, aber gerade bei der EM in Dänemark. “Das Spiel ist gläserner geworden”, sagte Gierlinger, hauptverantwortlich für den Videobereich.

Live ab 18:15 Uhr: Österreich – Island

Den Gegner und sich selbst kennen

In welches Eck wirft Kiril Lazarov? Welchen Mitspieler sucht Aron Palmarsson? Was hat die Deckung im letzten Spiel gut gemacht? Sind wir in der Verteidigung kompakt gestanden? Solche und ähnliche Fragen sind es, die das rot-weiß-rote Trainerteam mithilfe der Videoanalyse den Spielern zu beantworten sucht.

Österreichs erster isländischer Erfolgscoach Dagur Sigurdsson machte die Videoanalyse 2008 im ÖHB salonfähig, unter Vorgänger Rainer Osmann existierte sie lediglich in rudimentärer Form. Gierlinger, der derzeit Schwaz in der HLA coacht, kümmerte sich schon unter Sigurdsson um die Videoanalyse, auch seit er unter Johannesson zum Co-Trainer aufstieg, ist er für diesen Bereich zuständig.

Persönliche Analyse jederzeit

Das Analysewerkzeug der schwedischen Firma “sideline sports”, das u.a. bei Island, dem THW Kiel oder den Rhein-Neckar Löwen in der deutschen Handball-Bundesliga, aber auch in anderen Sportarten zum Einsatz kommt, ermöglicht es, das auf DVD erhaltene Bildmaterial – nach einer Konvertierung in das richtige Format – in verschiedene Kategorien einzuteilen. So können schnell und einfach auf bestimmte Situationen oder Spieler abgestimmte Videoclips aufgerufen werden.

Dazu kommen animierte taktische Schemata. Da dies auch über das Internet möglich ist, können die ÖHB-Cracks seit der Ära Johannesson nicht nur in gemeinsamen Sitzungen, sondern auch zu Hause oder – wie bei der EM – auf ihren Zimmern mit speziell auf sie abgestimmtem Material “gefüttert” werden.

Vor allem die Torhüter sind neugierig

“Nicht alle Spieler schauen sich gleich viel an”, erzählte Gierlinger, der in den vergangenen Monaten Material aller Vorrunden-, aber auch möglichen Hauptrundengegner sammelte und zerpflückte. Gerade die Torleute Nikola Marinovic und Thomas Bauer seien sehr an Wurfbildern interessiert. Und Siebenmeter-Spezialist Konrad Wilczynski, der in der Vorrunde zehn von zehn Mal vom “Strich” traf, könne sich gar nicht sattsehen an den gegnerischen Torhütern. “Wir achten natürlich darauf, die Spieler nicht zu überfordern”, betonte der 36-Jährige.

Während der EM wird das Material bereits von sideline-Mitarbeitern aufbereitet, Gierlinger erspart sich damit nächtliche Extraschichten beim Schnitt – wie er es etwa während der Heim-EM 2010 machen musste. “Da sind wir (damals mit Markus Rinnerthaler, Anm.) bis fünf in der Früh gesessen”, erinnerte sich Gierlinger. “Bei der EM brauche ich etwa zwei Stunden fürs Eingeben, dann präsentiere ich dem Trainer ein ‘best-of’.”

Live-Analyse auch im Training

Selbst aus dem Training ist die Videoanalyse inzwischen nicht mehr wegzudenken. So ist es dank Tablet und eingebauter Kamerafunktion möglich, den Spielern quasi in Echtzeit Fehler aufzuzeigen und sofort Korrekturen vorzunehmen.

Der Handball mag wie andere Sportarten gläserner geworden sein, Überraschungen seltener. Von Langeweile kann freilich keine Rede sein. “Es hat sicher auch dank Videoanalyse eine klare Qualitätssteigerung gegeben”, konstatierte Gierlinger.

Es wird sich zeigen, ob die Video-Analyse nach der fast schon unnötigen Niederlage gegen Mazedonien (21:22) in den kommenden EM-Spielen Wirkung zeigt. Es warten Island (Samstag), Spanien (Montag) und Ungarn (Mittwoch, jeweils 18.15 Uhr).

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