Hamilton beim Heimspiel unter Druck

Wende im Titelrennen oder frühes Ende der WM-Hoffnungen: Bei seinem Heimspiel in Silverstone steht Lewis Hamilton unter Druck.

Nach den zwei Nullnummern in Kanada und Frankreich muss der 23-jährige McLaren-Mercedes-Pilot beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag das Überholmanöver der Ferrari kontern, will er nicht den Anschluss in Kampf um den Formel-1-Thron verlieren.

Doch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht noch keinen Grund zur Panik. “Die Ungeduld darf nicht überhandnehmen”, warnte er und erinnerte an den grandiosen Sieg von Hamilton in Monaco: “Es ist erst zwei Rennen her, dass wir gewonnen haben.”

Klar ist aber: Bei einem weiteren Triumph der Scuderia auf dem britischen Traditionskurs droht die Ferrari-Fahrgemeinschaft mit WM-Spitzenreiter Felipe Massa und dem drittplatzierten Kimi Räikkönen schon zur Saison-Halbzeit der silbernen Konkurrenz davonzurasen – auch wenn Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mit der Ausgangslage nicht ganz zufrieden ist: “Unsere Situation in der Weltmeisterschaft könnte viel besser sein.”

Weltmeister und Vorjahres-Sieger Räikkönen rechnet mit einem harten Duell zwischen Rot und Silber. “Ich denke, es wird sehr eng zwischen uns”, meinte der 27-Jährige. BMW-Sauber und dessen derzeitigen Chefpiloten und WM-Zweiten Robert Kubica hat Räikkönen zumindest bei dem britischen Klassiker nicht in der Kalkulation: “Ich sehe kein anderes Team, das nah genug ist, um zu gewinnen.”

Dabei gilt es auch für BMW-Sauber nach dem mäßigen Auftritt in Magny-Cours, sich im McLaren-Land deutlich zu verbessern. “Nach dem schwierigen Wochenende von Magny-Cours gehen wir davon aus, in Silverstone wieder auf Spur zu sein”, sagte Motorsportdirektor Mario Theissen.

Im Mittelpunkt wird in Silverstone aber nur einer stehen: Lewis Hamilton. Schon bei den Testfahrten in der vergangenen Woche zeigte sich, dass trotz seiner durchwachsenen Saison die Begeisterung ungebrochen ist. Rund 10.000 Zuschauer schauten der britischen Formel-1-Hoffnung bei den Übungsfahrten zu. Und obwohl der zum Star aufgestiegene Hamilton in diesem Jahr nicht wie 2007 als WM-Spitzenreiter in die Heimat kommt, ist das Grand-Prix-Wochenende seit langem ausverkauft.

Von Freitag bis Sonntag werden 240.000 Zuschauer erwartet, allein zum Rennen werden 90.000 Fans kommen. “Das gibt es nirgendwo sonst und motiviert dich noch ein bisschen stärker als bei anderen Rennen”, meinte Hamilton, der bis zum Vorjahr nur 100 Kilometer von Silverstone entfernt im Ort Stevenage lebte.

Gerade die dreitägigen Probefahrten in der Vorwoche auf der 5,141 Kilometer langen Strecke haben neue Zuversicht bei McLaren-Mercedes geweckt. Am ersten Tag war Massa im Ferrari zwar vorn gelegen, danach aber erzielten Heikki Kovalainen und Hamilton in ihren Silberpfeilen die Tagesbestzeiten. “Ich denke, wir sollten gerüstet sein”, meinte Mercedes-Mann Haug. Ferrari sei schließlich nicht “spazieren gefahren”.

Die britischen Fans sehnen sich danach, endlich wieder einen ihrer Landsleute ganz oben auf dem Podium zu sehen. Schließlich waren einheimische Fahrer im “Home of British Motor Racing” schon lange nicht mehr Herr im Haus. Der letzte Sieg eines Briten gelang dem Schotten David Coulthard 2000 im McLaren-Mercedes. Hamilton soll nun die Durststrecke beenden.

Das ist allmählich auch nötig. In der Fahrerwertung rangiert der zweifache Saisonsieger vor dem 9. von 18 Rennen mit zehn Punkten Rückstand auf den führenden Brasilianer Massa (48 Punkte) an vierter Stelle. Vor ihm liegen noch Montreal-Gewinner Kubica (46) und Räikkönen (43). Hamiltons Hoffnung: Im vergangenen Jahr war der Rückstand von Räikkönen zu einem späteren Zeitpunkt noch viel größer zur WM-Spitze. Am Ende schnappte der Finne Hamilton aber noch den Titel weg.

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