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Hamas: Amnestie für Fatah-Kommandanten

Gaza/Ramallah/Jerusalem - Die palästinensische Hamas-Organisation will nach ihrer vollständigen Machtübernahme im Gaza-Streifen die Fatah-Sicherheitschefs begnadigen.

„Die Kassam-Brigaden haben entschieden, den Sicherheitschefs und Anführern des Putsches eine Amnestie zu gewähren“, erklärte Abu Obeida, der Sprecher der Hamas-Miliz „Brigaden Ezzedin al-Kassam“, am Freitag. Die Begnadigung beziehe sich auf alle zehn Chefs der verschiedenen Einheiten, die unter Kontrolle von Präsident Mahmoud Abbas stehen. Nach Hamas-Angaben wurden die Generäle Jamal Kayed und Tawfik Abu Khussa festgenommen. Dutzende Palästinenser plünderten nach einem Korrespondentenbericht die verlassenen Häuser von Funktionären der Fatah und die Stützpunkte der Fatah-nahen Sicherheitskräfte.

Zahlreiche Angehörige der unterlegenen Fatah-Sicherheitskräfte sind unterdessen nach Ägypten geflohen, verlautete am Freitag aus ägyptischen Sicherheitskreisen. Ägypten habe Verstärkung für seine Sicherheitskräfte in die Region entsandt, um eine Massenflucht von Palästinensern aus dem Gaza-Streifen auf ägyptisches Territorium zu verhindern, teilten die ägyptischen Sicherheitskräfte mit.

Die israelische Regierung hat ihre Bereitschaft zu humanitärer Hilfe für die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen signalisiert. „Falls es nötig ist, sind wir bereit den Gaza-Streifen mit Hilfslieferungen zu versorgen“, sagte eine Sprecherin des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert am Freitag in Jerusalem. Derzeit gebe es dafür allerdings keinen Ansprechpartner auf palästinensischer Seite. „Wir stehen dem Schicksal der 1,5 Millionen Menschen Menschen im Gaza-Streifen nicht gleichgültig gegenüber“, sagte sie. Nach Einschätzung der israelischen Regierung gibt es jedoch bisher noch keine Notwendigkeit einer Unterstützung. Lediglich frische Lebensmittel könnten knapp werden.

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