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"Hallo, hier Rottweiler!"

Camilla Parker-Bowles entwickelt sich langsam von einem kettenrauchenden Rottweiler in eine elegante Prinzessin, doch die Popularität von Princess Di wird sie nie erlangen.

„Hallo, hier Rottweiler“, meldete sich Camilla Parker Bowles (57) früher manchmal am Telefon. Es gilt als eine ihrer Stärken, dass sie uneitel ist und gut einstecken kann. In jüngster Zeit legt sie allerdings deutlich mehr Wert auf ihr Aussehen – nicht weil sie plötzlich Gefallen an der Mode gefunden hat, sondern weil der britische Thron mit im Spiel ist.

Die Vorbehalte gegen Camilla in der Bevölkerung sind groß, doch nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana waren sie noch größer. Damals bezeichnete der amerikanische Stilkritiker Richard Blackwell sie als „Königin der Spinatwachteln“ und „größte Bombe seit dem deutschen Blitz“. Dann kam „Operation PB“ (Parker Bowles): eine von Charles finanzierte Generalüberholung seiner Geliebten. Designerrobe statt Landfrauen-Schick, hieß die Devise. Camilla sollte gepflegter und femininer wirken. Die Kettenraucherin, die sich bis dahin vorzugsweise mit Kopftuch oder Zottelfrisur, Gummistiefeln und Karojacke gezeigt hatte, erschien plötzlich gut gefönt in Cocktailkleidern von Valentino, Versace und Oscar de la Renta.

Sie nahm sogar Übungsstunden, um fotogener dreinzublicken. „Ihre Wandlung hat mich wirklich umgehauen“, sagte eine ihrer Freundinnen der Camilla-Biografin Caroline Graham. „Camilla ist nie eitel gewesen und schien immer am glücklichsten zu sein, wenn sie in legerer Kleidung rumlief, die mit Pferde- und Hundehaaren bedeckt waren. Aber sobald sie und Charles damit begannen, sich gemeinsam in der Öffentlichkeit zu zeigen, hat sie sich wirklich angestrengt, ihr Äußeres zu verbessern. Sie hat mehr als sechs Kilo abgenommen und damit begonnen, sich für Make-up und Mode zu interessieren.“

Ihr erster großer Auftritt war die Feier zum 50. Geburtstag von Charles im November 1998. Sie trug ein grünes Samtkleid mit blauer Jacke. Ihre aquamarinfarbene Diamanten-Halskette, ein Geschenk von Charles, hatte einst ihrer Urgroßmutter Alice Keppel gehört, der Geliebten König Edwards VII, der wiederum der Ururgroßvater von Charles war. Kein Wunder, dass Camilla von Familie und Freunden bald „Queen Camilla“ oder „Queenie“ genannt wurde.

Doch „Operation PB“ bleibt ein Balanceakt. Dass sie noch lange nicht überall willkommen ist, musste Camilla erfahren, als sie einmal unangemeldet bei einer Modenschau von Stella McCartney in Paris auftauchte. Die Designerin, eine ebenso überzeugte Vegetarierin und Tierschützerin wie ihr Vater Paul, war entsetzt darüber, die „Königin der Fuchsjagd“ unter den Besuchern zu sehen.

Kenner der Materie raten Camilla, es nicht zu übertreiben. „Sie darf sich nicht in Situationen begeben, in denen sie mit ihrer Vorgängerin verglichen wird“, warnt Rolf Seelmann-Eggebert, der ARD- Königshausexperte. Denn dann sehe sie zwangsläufig alt aus. Diana hatte sie das bis zuletzt deutlich spüren lassen: Am Tag vor Camillas 50. Geburtstag posierte die meistfotografierte Frau der Welt in einem Bikini mit Leopardenmuster an Bord einer Luxusjacht. Am nächsten Morgen stand sie auf sämtlichen Titelseiten – ihr Geburtstagsgruß an Camilla.

„Camilla ist Lichtjahre von der Popularität Dianas entfernt“, sagt der führende britische PR-Experte Max Clifford. „Wenn sie jemals als König und Königin akzeptiert werden wollen, muss dafür noch eine gewaltige PR-Anstrengung erbracht werden.“

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