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Halbfinale im Geist von 1984: Roma fordert Liverpool

Salah hatte Rom im Sommer Richtung Liverpool verlassen
Salah hatte Rom im Sommer Richtung Liverpool verlassen ©APA (AFP)
1984 standen sie einander im Meistercup-Finale gegenüber. 34 Jahre später duellieren sich Liverpool und AS Roma um den Einzug ins Endspiel der Fußball-Champions-League. Beide Traditionsclubs waren nicht gerade als Favoriten in den Bewerb gestartet. Besonderes Augenmerk liegt vor dem Halbfinal-Hinspiel am Dienstag (ab 20.45 Uhr im VOL.AT Liveticker) auf Stürmerstar Mohamed Salah.
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Der Ägypter hatte die Roma im Sommer in Richtung Liverpool verlassen und dort voll eingeschlagen. 41 Tore in 46 Pflichtspielen hat Englands frisch gebackener Spieler des Jahres bereits auf dem Konto. Nur zu gerne würde Salah auch seinen Ex-Club aus dem Bewerb kegeln. 42 Mio. Euro hatte sich Liverpool die Dienste des 25-Jährigen kosten lassen. Bisher hat er jeden Cent gerechtfertigt.

Zwei Mal Acht

Wie Sturmkollege Roberto Firmino hat Salah bisher acht CL-Saisontore erzielt. Edin Dzeko hält als bester Roma-Akteur bei deren sechs. So groß die Offensivpower von Liverpools Dreiersturm mit Salah, Firmino und dem Ex-Salzburger Sadio Mane auch ist – in der Abwehr präsentierte sich das Team von Jürgen Klopp am Samstag in der Liga bei Schlusslicht West Brom (2:2) nicht gerade sattelfest.

“Es gibt keinen Grund zur Panik”, beruhigte Virgil van Dijk, der mit rund 85 Mio. Euro Ablöse teuerste Verteidiger der Welt. Der Niederländer hat Liverpools Defensive seit seinem Rekordtransfer im Winter zumindest stabilisiert. “Wir müssen uns auf das zurückbesinnen, was wir in den Spielen davor geleistet haben. Wir müssen den Schalter umlegen und das machen, was wir immer getan haben. Dann sollte alles okay sein.”

Auch Rom in guter Verfassung

Liverpool ist sieben Pflichtspiele ungeschlagen, aber auch die Roma hat sich seit der 3:0-Sensation im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona (Hinspiel 1:4) in der Liga in guter Verfassung präsentiert. In der Champions League gelang den Römern in dieser Saison allerdings erst ein Auswärtssieg – im September bei Qarabag Agdam (2:1). Die jüngsten drei Europacuppartien in der Fremde gingen allesamt verloren.

Um eine Fortsetzung der Serie zu verhindern, dürfte Roma-Trainer Eusebio Di Francesco auch in Liverpool auf die gegen Barcelona erfolgreiche Dreierkette in der Abwehr setzen. “Man bekommt dadurch ein bisschen zusätzliche Stärke – einen Teil davon im Kopf der Spieler”, begründete der Coach seine Umstellung. “Speziell im Europacup braucht man manchmal ein bisschen mehr Physis. Fußball ist dynamisch.”

Rom verlor im eigenen Stadion

Bei der Roma fehlen die Außenverteidiger Aleksandar Kolarov und Rick Karsdorp sowie Angriffsoption Gregoire Defrel verletzt. Liverpool muss weiterhin auf Joel Matip, Emre Can und Adam Lallana verzichten. Dafür könnte Rechtsverteidiger Nathaniel Clyne nach muskulären Problemen wieder zur Verfügung stehen. “Es war eine fantastische Reise, aber wir haben noch Spiele vor uns”, sagte Klopp auch über Salahs Erfolgslauf.

Über den beiden Duellen (Rückspiel am 2. Mai) schwebt der Geist von 1984. Damals hatte sich die Roma Liverpool im Endspiel im eigenen Stadio Olimpico nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit im Elfmeterschießen geschlagen geben müssen. Bruno Conti und Francesco Graziani scheiterten für die Italiener vom Punkt. Tragisch: Auf den Tag genau zehn Jahre danach nahm sich Romas Kapitän des verlorenen Finales, Agostino Di Bartolomei, das Leben.

Es blieb das einzige Endspiel, das die Römer im wichtigsten Europacup-Bewerb bisher erreicht haben. 1991 scheiterten sie im UEFA-Cup-Finale an Inter Mailand. Liverpool dagegen könnte seiner ruhmreichen Europacup-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen. Fünfmal haben die “Reds” bisher Meistercup bzw. Champions League gewonnen, dazu dreimal den UEFA-Cup. Sie könnten zum achten Mal ins Finale der Königsklasse einziehen.

(APA/ag.)

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