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Hacker-Angriff auf Google in China zielte auf mehr Firmen

Der massive Hacker-Angriff aus China, der den Internetkonzern Google zu einer Überprüfung seines Engagements in der Volksrepublik veranlasste, hat auf 33 weitere amerikanische Firmen gezielt. Unter ihnen seien Finanzfirmen und mindestens ein größeres Unternehmen in der Rüstungsindustrie gewesen, berichtete das US-Magazin "Wired" am Donnerstag.
Die Angreifer hätten es unter anderem auf wichtige Quellcodes von Programmen abgesehen gehabt. Der US-Branchenriese Google droht nun mit seinem Rückzug aus China. Auch die US-Regierung hat sich in den Konflikt eingeschaltet.    

Die Hacker-Attacke im Dezember zeige deutliche Ähnlichkeit mit einem ähnlichen Versuch im Sommer 2009, durch eine Sicherheitslücke in dem Programm Adobe Reader wichtige Computerdaten von rund 100 amerikanische Technologiefirmen zu stehlen. Das berichteten das Magazin “Wired” und der US-Fachdienst “CNET” unter Berufung auf Eli Jellenc, den Chef der Internetsicherheitsfirma VeriSign iDefense.    

Die chinesische Regierung hat Kritik an ihrer Internet-Politik zurückgewiesen. Das Internet sei in China offen für jeden, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Donnerstag. Peking unterstütze die Entwicklung dieser Technologie und begrüße die Beteiligung ausländischer Firmen daran “im Rahmen unseres Rechts”. “Wir sind gegen Hacker-Angriffe”, betonte die Sprecherin. Klagen gegen Angriffe dieser Art würden von den Behörden gemäß der Gesetze behandelt.

Ohne direkt auf den Fall Bezug zu nehmen, forderte Chinas Parlamentspräsident Wu Bangguo die USA auf, die “Kerninteressen” der Volksrepublik zu achten. Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sagte Wu bei einem Treffen mit US-Senatoren, beide Seiten müssten die jeweiligen Interessen berücksichtigen und “sensible Angelegenheiten” richtig handhaben.

Bei dem Angriff im Dezember auf Google und andere hätten die schädlichen Programme in den infizierten Computern ihre Instruktionen von ganz ähnlichen Serveradressen bekommen wie im Juli, berichtete iDefense, das Kunden unter den angegriffenen Firmen hat und widerspricht somit der offiziellen chinesischen Sichtweise. Hinter früheren Hacker-Attacken steckten Gruppen, “die entweder direkt vom chinesischen Staat angestellt oder Amateur-Hacker sind (…) und schon früher US-Firmen angegriffen haben”, sagte Jellenc von iDefense.

Das US-Softwareunternehmen Adobe war nach eigenen Angaben ebenfalls Ziel eines Hacker-Angriffs. Ob es sich ebenfalls um eine Cyber-Attacke aus China handelte, wurde zunächst nicht bekannt. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, wird wegen der zeitlichen Nähe aber ein Zusammenhang mit den Vorfällen bei Google vermutet.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) erklärte, Chinas Regierung setze “massive finanzielle und personelle Ressourcen ein, um das Internet zu zensieren und Internetnutzer zu jagen und zu bestrafen, die Ansichten vertreten, mit denen die chinesische Kommunistische Partei nicht einverstanden ist”. Vor vier Jahren hatte Google beim Start seiner chinesischen Suchmaschine massive Kritik einstecken müssen, weil es sich – wie andere Internet-Unternehmen – bereiterklärt hatte, seine Ergebnisse selbst zu filtern. Suchergebnisse zu politisch heiklen Themen wie die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 werden gefiltert. China gilt mit rund 340 Millionen Nutzern als wichtiger Zukunftsmarkt, auch im Kerngeschäft von Google, der Internet-Werbung.

Die chinesischen Behörden weiten die Internet-Zensur kontinuierlich aus. Google hatte eine chinesische Website gestartet, die sich an die Zensurbestimmungen des Regimes hielt, und ist an der chinesischen Suchmaschine Baidu beteiligt. Um die Genehmigung für eine chinesische Website mit der Adresse “.cn”, zu erhalten, verpflichtete sich Google, für diesen Dienst Adressen aus seiner Datenbank zu entfernen, die von der kommunistischen Führung als anstößig betrachtet werden. Zu solchen verbotenen Themen gehören auch Diskussionen über Taiwan und Tibet. Einen rasanten Anstieg der Festnahmen von Cyber-Dissidenten in China hatte die Menschenrechts-und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International verzeichnet. Die Inhaftierungen erfolgen laut AI-Bericht überwiegend wegen “Subversion” oder “Gefährdung der Staatssicherheit”.

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