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"Habe meine Aufgabe erfüllt"

Besser als Alexander Wurz kann man eine Chance kaum nutzen. Mit dem vierten Platz beim Comeback im Grand Prix von San Marino in Imola hat der Österreicher als Montoya-Ersatzmann Nervenstärke und Klasse bewiesen.

Das war eine Empfehlung an den gesamten F1-Zirkus – der Vertrag des 31-Jährigen als McLaren-Mercedes-Testpilot läuft mit Ende der WM 2005 aus. “Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Nach mehr als vier Jahren ohne Rennen habe ich am gesamten Wochenende keinen Fehler gemacht. Ich bin zufrieden und das Team auch”, meinte der – für Formel-1-Verhältnisse – 1,86-m-Riese nach getaner Arbeit. Die Teamführung der Silberpfeile will sich nun mit einer Aussage über die weitere Vorgangsweise ein wenig Zeit lassen, in zwei Wochen steht der GP von Spanien in Montmelo bei Barcelona auf dem Programm. “Wir werden eine vernünftige Entscheidung treffen”, verkündete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, nachdem Wurz vor enttäuschenden 65.000 Zuschauern Platz vier belegt hatte. Und damit für das beste rot-weiß-rote F1-Ergebnis seit 1998 gesorgt hatte. Damals hatte Wurz fünf vierte Plätze heraus gefahren, den letzten am 12. Juli in Silverstone. 1999 und 2000 war der Österreicher über fünfte Plätze nicht mehr hinaus gekommen, seit 2001 ist er McLaren-Testpilot.

McLaren-Teamchef Ron Dennis ärgerte sich einerseits ungemein über die verpasste Siegchance von Kimi Räikkönen (defekte Antriebswelle), strich jedoch andererseits die Leistung von Wurz positiv hervor: “Der vierte Platz war hoch verdient. Das war der Lohn für seine professionelle Einstellung.” Zum materialbedingten Out vom Pole-Position-Mann aus Finnland meinte Dennis: “Wir entschuldigen uns bei Kimi.”

Wurz hat in Italien gezeigt, dass er das Zeug für höhere Aufgaben als “nur” den Testfahrerjob bei McLaren hat. Das sieht auch Österreichs dreifacher Formel-1-Weltmeister Niki Lauda so: “Er hat mit einer perfekten Leistung bestochen. Das war ein wichtiges Rennen für seine Zukunft, er hat eine Empfehlung abgegeben. Für andere Teams war es wichtig zu sehen, wie gut er ist.” Um jeden Preis wird Wurz aber das Top-Team nicht verlassen. “Als McLaren-Testfahrer in Pension zu gehen, ist keine Schande”, weiß Wurz.

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