"Gut Bozenau" vor Aus: "Längle weiß seit langem, dass er hier rausmuss"

Das sagt die Gegenseite zum möglichen Aus des Gnadenhofs.
Das sagt die Gegenseite zum möglichen Aus des Gnadenhofs. ©VOL.AT/Stiplovsek, VOL.AT/Mayer
"Gut Bozenau" steht vor dem Aus. Der Betreiber hofft auf eine Lösung. Für die Verpächter ist klar: So wie derzeit kann es nicht weitergehen.
Gut Bozenau vor dem Aus

Der Dorener Gnadenhof "Gut Bozenau" steht vor dem Aus. Betreiber Rudi Längle prozessierte jahrelang mit dem Verpächter und später mit dessen Tochter. Bereits 2016 kam die Räumungsklage, der Hof muss nun bis am 21. September geräumt werden. Der Tochter sei die Vereinbarung mit ihrem Vater egal, so der Betreiber gegenüber VOL.AT. Er hofft nun auf Einsicht bei der Gegenseite und hat dazu auch Alt-Landesrat Erich Schwärzler um Vermittlung gebeten. Auch ein Aufschub will er beantragen. Ihm stellt sich die Frage, was mit den rund 100 Tieren passiert, wenn "Gut Bozenau" geräumt werden muss.

Nichts gegen Räumung unternommen

Der Verpächter und dessen Tochter wollten sich auf VOL.AT-Anfrage nicht äußern. Sie lassen sich in er Sache durch Anwalt Dr. Ekkehard Bechtold von der Anwaltskanzlei am Marktplatz vertreten. "Herr Längle weiß seit langem, dass er hier rausmuss und hat überhaupt nichts unternommen", verdeutlicht Bechtold gegenüber VOL.AT. Er wisse auch, dass er hier keinen rechtsgültigen Titel zur Benützung habe. Auf die über seinen Anwalt gestellte Anfrage, was er mit den Tieren vorhabe und was er sich vorstelle, habe er nicht reagiert. "Aus unserer Sicht ist Längle hier ein bisschen ein Scharlatan, weil er das natürlich unter dem Deckmantel des Tierschutzes macht." Davon lebe er schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Rudi Längle am "Gut Bozenau". Bild: VOL.AT/Stöckler

Gnadenhof ein "Sauhaufen"

Zu den Umständen auf "Gut Bozenau" meint der Anwalt der Gegenseite: "Er hat hier reine Misswirtschaft getrieben." So habe er Bauten ohne Baugenehmigung durchgeführt, Abrissbescheide und die Gemeinde ignoriert. "Also völlig an Gesetzen und Bescheiden vorbei", gibt Bechtold zu verstehen. Der Anwalt verweist hier auch auf Längles Verurteilung wegen Tierquälerei. "Das ist auf Deutsch gesagt ein Sauhaufen", meint er. Auch Längles Forderung ist ihm bekannt: "Er möchte noch ein Jahr, brauche noch ein Jahr." Längle sei selbstherrlich: Er ignoriere alle rechtlichen Gegebenheiten vollständig und enteigne so praktisch die Grundeigentümer.

Land für Tiere verantwortlich

Längle schulde den Drehers aus den verlorenen Prozessen einen Haufen Geld. Diese habe er sinnwidrig betrieben: "Einfach, um zu verzögern", so der Anwalt der Gegenseite. Er zahle nicht, ignoriere alles und meine so weiterzukommen. "Aus unserer Sicht muss das beendet werden in irgendeiner Form", verdeutlicht Bechtold gegenüber VOL.AT. Für den Fall, dass der Gnadenhof geräumt werde, sei das Land Vorarlberg nach dem Tierschutzgesetz für die Übernahme der Tiere verantwortlich. In diese Richtung werde man weitergehen. So wie derzeit könne es jedenfalls nicht weitergehen: "Das ist mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar, was er da macht."

(Red.)

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