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Gürgele

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Was der Volk wissen soll. Mundarten sind lokal gebundene SPRECHsprachen, keine Schriftsprachen. Sie leben NUR mündlich und werden laufend von aussterbenden und „neu einziehenden“ Wörtern und Lauten beeinflusst. Es sind „lebendige frei atmende Wesen“. In Vorarlberg unterscheiden Ruoff/Gabriel 12 Dialektregionen, die wieder unterschiedliche Mundarten haben. Es gibt keine „reinen“ Mundarten, unsere Dialekte sind ständig im Wandel. Wo in Leben und Beruf wenig Schriftsprache gebraucht wird, ist die Mundart die vertraute Sprache. 90 Prozent unseres Redens geschieht in der NATÜRLICHEN „Verkehrsmundart“. Ihr gegenüber steht das KÜNSTLICHE Standarddeutsch. Der „wache“ Einheimische kann auch heute noch feststellen, aus welcher Region jemand auf Grund seiner speziellen Lautgebung kommt: „Däs ischt an Wäldar, a Muntafunare, an Walsar, an Kärntnar, a Dütsche … “ Er HÖRT es. Die Klang-Unterschiede sind Jahrhunderte im Ort in geographischer Abgrenzung gewachsen. Erst die Mobilität (Auto, Bahn, Zweirad) des 20. Jhdts mischte die Sprachen, brachte neue Wörter, veränderte die Mundart. Nicht der Türk, das Auto änderte die Mundart und mischte verwandte Dialekte. Dennoch hat nach wie vor der örtliche Dialekt die Oberhand. Mundart ist die Sprache der einfachen Leute, nicht der G’studierten und „der da oben“. Vorarlberg gehört zum Alemannischen Sprachraum, der nicht wie der Bairische „Weib“ sagt, sondern „Wiib“, also den reinen Vokal vor dem Zwielaut bewahrt hat, er kennt auch die Mitvergangenheit nicht. Es heißt (oder sollte heißen): „I bio z’Ems gsi“ und nicht „I war in Ems“. „War“ und Mitvergangenheit scheinen heute, weil kürzer, das „Gsi“ und die Vergangenheit zu vertreiben. Abwarten. Die Mundarten haben eine reiche Sprachgeschichte, „Hochdeutsch“ hingegen ist erst ca. 400 Jahr alt. Im Mittelhochdeutsch um 1200 und im Althochdeutsch um 800 sind berühmte Sprachdenkmäler überliefert, z.B. das mhd. Nibelungenlied: „Uns ist in alten maeren wunders viel geseit …“ oder das ahd. Pater noster aus St. Gallen: „Fater unsêr, thû pist in himile …“. Das ganz Besondere der Mundarten ist ihr emotionaler, klanglicher und rhythmischer Reichtum. Dialekte sind Volkssprachen: wertvolles, humorvolles Kennzeichen örtlicher kultureller Identität. Wer sie zu sprechen vermag, hat „Gold im Mund“ und eine zusätzliche Sprachqualität. Das „Aussterbegejammer“ ist eine Klage der Alten, die Jugend nimmt an der Sprachengegenwart kräftig teil und ist weit kreativer als die Jammerer wahrnehmen. Die Handysprache ist z.B. die erste frei notierte Mundartschriftsprache. Am 3. März wird im ORF Dornbirn eine große Klangwolke mit 55 (!) MundartautorInnen aus V. aufgeführt. Würgele, Gürgele du sollscht hoo …

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