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Guckkasten in Flügelform auf drei Stelzen

©Jens Ellensohn, Bauherren
Frischen Wind in eine etwas gleichförmige Siedlung 50 Jahre alter Einfamilienhäuser in Weiler bringt ein in Holz eingewickelter Zubau, den stemmerarchitekten an das Elternhaus von Ricarda Mayr angedockt haben.
Guckkasten in Flügelform auf drei Stelzen

Im ersten Obergeschoß des Hauses, in dem Ricarda Mayr aufgewachsen ist, schlafen und baden seit wenigen Monaten Ricarda und Simon Mayr, im dem von stemmerarchitekten neu angebauten „Flügel“ wird gekocht, gewohnt und gearbeitet. Womit nach sechs Jahren, in denen die Musiklehrerin in Feldkirch gewohnt hat, für sie „der kleine Traum“, wieder nach Weiler zurückzukommen, in Erfüllung gegangen ist. So sehr mag sie diesen vertrauten Ort, die Weite der Landschaft, die Menschen hier. Aber nicht nur sentimentale Gründe, sondern auch ganz pragmatische Überlegungen gaben den Ausschlag, sich nicht irgendwo eine Wohnung zu kaufen, sondern an das Elternhaus anzubauen. „Konnte auf diese Weise doch „das Preis-Leistungs-Verhältnis optimal ausgeschöpft werden “, so Simon Mayr.

Das Elternhaus von Ricarda Mayr ist eines in einer Reihe typischer Siedlungshäuser aus den 1960er-Jahren. Bereits Ende der Achtziger wurde rückseitig zugebaut. Darauf aufzustocken war der ursprüngliche Plan. Rund zehn Varianten wurden von den Bauherren gemeinsam mit Roland Stemmer durchgedacht. Schließlich wurden die Aufstockungspläne zugunsten eines Neubaus verworfen, der anstelle der ursprünglichen Garage realisiert worden ist. Was angesichts der Abstandsflächen, die zu den Nachbarn eingehalten werden mussten, gar nicht so einfach war.

„Der Zubau ist perfekt gelungen, wir würden nichts anders machen“, sagen Ricarda und Simon Mayr unisono. Angedockt an den Bestand ist der Neubau in Traufenhöhe. Angelegt ganz bewusst als Kontrast zum Bestehenden als klarer, auf drei Stelzen aufgeständerter, nach hinten schön abgerundeter Kubus, dessen Außenwände zwar betoniert und perfekt gedämmt sind, allerdings auf Wunsch der Hausherren vertikal mit Latten aus Lärchenholz verkleidet wurden, während das „alte“ Haus – in dessen Erdgeschoß Ricardas Eltern wohnen – hell verputzt ist.

Trotz ihrer innenräumlichen Verschränkung haben die zwei Wohneinheiten komplett getrennte Eingänge. Das Erdgeschoß des Neubaus ist relativ klein, gegenüber dem weit auskragenden Obergeschoß nach hinten zurückgenommen. Im Erdgeschoß des nicht unterkellerten Zubaus – die Mayrs können 55 Quadratmeter des Kellers im „alten“ Haus nützen – ist ein Werkstatt- bzw. Fahrradraum untergebracht, im Freiraum davor bleibt Platz für zwei Autos. Die Eingangstüre ist fast schwarz, die Garderobe liegt einen Halbstock tiefer, einen Halbstock höher das Gäste-WC und eine kleine Speis. Über ein paar Stufen geht es schließlich zum offenen Wohn- und Essraum inklusive Küche. Die Böden und Türen sind aus geölter Eiche, die Wände weiß genauso wie der frei im Raum stehende Küchenblock. Diverse Küchengeräte verschwinden raffiniert hinter einer hölzernen „Wand“, die eigentlich ein raumhoher mehrtüriger Schrank ist und den Wohnbereich von einem kleinen Musik- und Arbeitszimmer trennt. Hier steht neben einem Schreibtisch das Klavier von Ricarda Mayr und lehnen die Gitarren des gern und viel Musik machenden Hausherrn an der Wand. Ein paar Stufen führen in das erste Obergeschoß von Ricarda Mayrs Elternhaus. Ein neues – wie das Foyer mit großen grauen Fliesen belegtes – Bad wurde hier eingebaut, die drei kleinen Zimmer bekamen neue Türen und Böden – inklusive Fußbodenheizung – aus Eiche. Der Lieblingsplatz von Ricarda und Simon Mayr in ihrem schönen neuen Heim ist allerdings die Richtung Süden ausgerichtete Loggia, die sich zum Wohnraum durch raumhohe Fenster bzw. eine Schiebetüre öffnet. Die Brüstung dieses halboffenen, ganz in Holz gehüllten „Guckkastens“ ist ebenfalls gläsern, Richtung Westen und Osten sind Fenster in die Hülle geschnitten, über die sich außen der Lattenvorhang legt.

stemmerarchitekten haben nur wenige, dafür ganz bewusst gesetzte Fenster in das neue Haus geschnitten, das sich rückseitig rechts in den zwei Ebenen gegeneinander leicht verschoben elegant rundet. Auf dem bekiesten Flachdach liegt eine Photovoltaikanlage, aus der Sonnenstrom ins Netz gespeist wird. Beide Wohneinheiten werden zentral mit Gas beheizt.

Daten & Fakten

Objekt Zubau Haus Fritz-Mayr, Weiler
Bauherren Ricarda und Simon Mayr
Architektur/Bauleitung stemmerarchitekten, Götzis, www.stemmerarchitekten.at
Statik DI Erich Huster, Bregenz
Bauphysik Spectrum, Dornbirn
Planung 3/2015–7/2016
Ausführung 11/2015–7/2016
Grundstücksgröße 652 m²
Wohnnutzfläche Nutzfläche 127 m² (Neubau 78 m² + Schlafbereich im Bestand 49 m²)
Bauweise: Massivbauweise mit 20 cm mineralischer Dämmung und Holzlattenfassade aus unbehandelter Lärche. Flachdach mit Kieseindeckung. Die bestehende Gasheizung wurde adaptiert und um eine Wohneinheit mit Fußbodenheizung erweitert, zusätzlich im Wohnraum ein Holzofen. Neues Flachdach mit Photovoltaikanlage. Fußböden, Türen und Küchenrückwand in Eiche geölt. Wände und Decken weiß glatt gespachtelt. Beleuchtung mit deckenbündigen LED-Bändern. Küchenrückwand als Raumteiler. Neue Wohneinheit mit eigenem Eingang und Stiegenhaus mit Anbindung zum Bestandskeller. Aufständerung Baukörpers dient als Carport; Fahrradraum und Werkstatt im holzverkleideten Sockel.
Energiekennzahl 50 kWh/m² im Jahr

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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