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Guatemalas Ex-Präsident auf der Flucht

Der von Korruptionsvorwürfen belastete frühere Präsident von Guatemala, Alfonso Portillo, hat sich nach Mexiko abgesetzt und damit einer möglichen Strafverfolgung vorerst entzogen.

Er habe sich entschieden, das Land zu verlassen, weil die Behörden ihn „ohne Beweise verurteilen“ wollten, sagte Portillo der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Es liege nichts gegen ihn vor. Die ganze Angelegenheit sei ein „politischer“ Fall.

Portillo war am Mittwoch überraschend über das Nachbarland El Salvador nach Mexiko-stadt ausgereist. Zuvor hatte der Verfassungsgerichtshof die Immunität von 22 Abgeordneten, unter ihnen Portillo und Ex-Vize-Präsident Francisco Reyes, aufgehoben.

Portillo droht in Guatemala eine Anklage wegen Korruption. Der neue Präsident Oscar Berger, der eine Untersuchung zum Ausmaß der Korruption in der Amtszeit Portillos einleiten wollte, bedauerte die Ausreise seines Vorgängers. Berger wolle sich jedoch jeder Spekulation über die Gründe für die Reise enthalten, sagte Präsidentensprecher Juan Alcazar.

Berger hatte am vergangenen Mittwoch die Amtsgeschäfte von Portillo übernommen. Der Unternehmer sagte zu seinem Amtsantritt Armut und Korruption den Kampf an. Umfragen zufolge halten 70 Prozent der Guatemalteken den 52-jährigen Portillo, der Anfang 2000 an die macht gekommen war, für den korruptesten Staatschef der vergangenen Jahrzehnte.

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