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Guatemala: 31 Tote bei Bandenkriegen

Kämpfe zwischen kriminellen Banden in Guatemala haben 31 Häftlingen das Leben gekostet. Die Gruppe Mara Salvatrucha habe in sieben Haftanstalten eine Serie koordinierter Angriffe auf Mitglieder der verfeindeten Bande MS-18 gestartet.

18 Tote gab es allein im Gefängnis El Hoyon in Escuintla, 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt, wie Provinzgouverneur Luis Munoz sagte. 61 Gefangene und ein Aufseher seien verletzt worden.

Die Auseinandersetzung in El Hoyon begann am Montagmorgen (Ortszeit) mit der Explosion von zwei Granaten. Anschließend gingen die verfeindeten Banden mit Schusswaffen und Messern aufeinander los. Die Polizei hielt Reporter, Rettungskräfte und Menschenrechtsaktivisten von dem Gefängnis fern. Nachdem das Gewehrfeuer verstummt war, brauchten die Polizisten fast drei Stunden, um alle Verletzten herauszubringen. In El Hoyon sind 400 mutmaßliche Mitglieder krimineller Banden inhaftiert.

Im Hochsicherheitsgefängnis Pavon östlich von Guatemala-Stadt kamen bei nahezu zeitgleichen Auseinandersetzungen acht Menschen ums Leben. In der Haftanstalt Canada Prison Farm 70 Kilometer südlich der Hauptstadt gab es drei Tote, im Gefängnis von Mazatenango 140 Kilometer südwestlich von Guatemala-Stadt wurden zwei Häftlinge erstochen. Unruhen in drei weiteren Gefängnissen konnten nach Angaben von Innenminister Carlos Vielmann unblutig beendet werden.

Vielmann sagte, die Serie von Angriffen zeige, wie gut selbst in verschiedenen Gefängnissen inhaftierte Bandenmitglieder vernetzt seien. Sie stünden ständig miteinander in Kontakt, unter anderem über das Internet und per Mobiltelefon. Die Schusswaffen hätten Besucher eingeschmuggelt. Bis die derzeit in Bau befindlichen Hochsicherheitsgefängnisse fertig gestellt seien, werde das Problem weiter bestehen, sagte der Minister.

Staatsanwalt Sergio Morales erklärte, es gebe Hinweise, dass Polizisten Gangmitgliedern dabei geholfen hätten, Waffen nach El Hoyon zu schmuggeln. Das Gefängnis war im Dezember 2002 als Reaktion auf eine Revolte in einer anderen Haftanstalt eröffnet worden, bei der 14 Menschen getötet wurden.

Nach Angaben von Ermittlern wurden die beteiligten Banden von lateinamerikanischen Migranten in Los Angeles gegründet. Nach deren Abschiebung aus den USA hätten die Untergrundorganisationen in Mittelamerika Fuß gefasst. Im Mai 2004 waren bei einem Brand in einem honduranischen Gefängnis, in dem fast ausschließlich Mitglieder von Mara Salvatrucha inhaftiert waren, 107 Insassen ums Leben gekommen. Die Überlebenden sprachen damals von Brandstiftung.

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