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Großvater Xaver auf Kinoleinwand

Wendelin Sohm zurück im Großwalsertal.
Wendelin Sohm zurück im Großwalsertal. ©Peter Strauß

Wendelin Sohm hatte eigentlich nur seine Enkeltöchter zum Casting begleitet. (Ein Bericht von Peter Strauß)

Alberschwende, Sonntag. Das Großwalsertal wolkenverhangen, immer wieder Regenschauer – welch ein Kontrast zur glanzvollen Weltpremiere bei Traumwetter auf der Seebühne. Für Wendelin Sohm, den “Großvater Xaver” aus dem “Atem des Himmels”, strahlt vier Tage nach der “unvergesslichen, unbeschreiblichen Filmpremiere” trotzdem die Sonne, als er an den Schauplatz seiner “Filmkarriere” zurückkehrt. Mit Freunden, die er zum Teil seit Jahrzehnten aus seiner Tätigkeit als ambitionierter Spielleiter des Alberschwender Chortheaters kennt und mit denen er auf der Wanderung ins Filmdorf über seine Eindrücke vor der Kamera plaudert. Mehr als zehn Tage war er insgesamt beim Team – auch dann, wenn er gar keinen Einsatz hatte.

Wertvolle Erfahrung

“Es war für mich einfach eine ungemein wertvolle und interessante Erfahrung, das ganze einmal selbst erleben zu dürfen”, schwärmt er und schüttelt hin und wieder fast ungläubig den Kopf, als könnte er es immer noch nicht so recht glauben, was sich da in den Bergen des Großen Walsertals zugetragen hat.

Rolle spielt keine Rolle

Dabei spielt die winzige Rolle, die paar Worte, die er in den wenigen Szenen sagen darf, absolut keine Rolle. “Das ist doch wirklich nicht wichtig. Auch nicht, dass ich für eine Szene, die dann herausgeschnitten wurde, einen ganzen Tag im Schnee ausharren und warten musste. Wichtig war für mich die einmalige Erfahrung”, so der bald 69-Jährige, denn schon das Buch faszinierte ihn. “Freude, Leid, Liebe, Hass, Tod – all das hat Reinhold Bilgeri unheimlich berührend verwoben.”

Nicht zu übersehen

Dass der Alberschwender überhaupt “zum Film kam”, verdankt er einem Zufall – und dem aufmerksamen Auge von Reinhold Bilgeri, denn eigentlich “wollte ich mich gar nicht bewerben, aber meine beiden Enkeltöchter wollten unbedingt zum Casting.”

600 Bewerber

“Etwa 600 Interessierte hofften auf eine kleine Rolle, meine beiden Mädchen haben es nicht geschafft. Dafür hat sich Reinhold Bilgeri meine Telefonnummer notiert und ein paar Tage später hat er mir den ,Großvater Xaver angeboten”, erinnert sich Sohm.

“Wie in Müselbach”

Auf dem Jenny-Hof, wo er mit der “Film-Familie” (Sohn aus Bozen, dessen Frau aus Innsbruck, Enkel aus Götzis) hauptsächlich zu tun hatte, “kam mir vieles gleich heimelig vor. Die Schlafstätten mit Buchenlaubsäcken – das war so wie daheim in Müselbach, wo ich mit elf Geschwistern aufgewachsen bin. Und Eugenio war eine tolle Persönlichkeit, die Gespräche mit ihm waren für mich eine Bereicherung”, schwärmt “Großvater Xaver” in höchsten Tönen.

Film mit Tiefgang

Und noch etwas fasziniert den rüstigen Pensionisten: “Der Film gibt auch einen tiefen Einblick in das Leben vor 50, 60 Jahren. Und dazu gibt es die einzigartige Möglichkeit, die Eindrücke aus Buch und Film bei einer Wanderung zu den Drehorten zu vertiefen, mit den Leuten, die bei den Dreharbeiten dabei waren, weil sie dort auch im wirklichen Leben wohnen und leben, zu reden. So etwas gibt es weltweit wohl kaum ein zweites Mal.”

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