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Großbritannien schweigt

Mit einer Schweigeminute hat Großbritannien am Wochenende der beiden ermordeten zehn Jahre alten englischen Mädchen Jessica Chapman und Holly Wells gedacht.

Hunderttausende hielten am Samstag um 15.00 Uhr (16.00 MESZ) trauernd inne. Während vor sämtlichen Fußballspielen des Tages und auch bei anderen Sportveranstaltungen eine Schweigeminute eingelegt wurde, ruhte auch in Hunderten von Filialen der beiden führenden Supermarktketten Sainsbury’s und Tesco der Betrieb. In Soham, dem Wohnort der Mädchen in der Nähe von Cambridge, hatten sich Tausende zum Gedenken vor einer Kirche versammelt.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte am Sonntag, dass nun auch die Kleidung der Mädchen gefunden worden sei. Die Mädchen hatten, als sie am 4. August in Soham verschwanden, Fußballhemden ihres Idols David Beckham von Manchester United getragen. Ihre Leichen wurden am 17. August in der Grafschaft Suffolk gefunden. Unter Mordverdacht steht der Hausmeister ihrer Schule, Ian Huntley (28). Seine Verlobte Maxine Carr (25) sitzt zunächst wegen Irreführung der Behörden in Haft. Einzelheiten über den Tod der Mädchen sind bisher nicht veröffentlicht worden.

Unter dem Eindruck des Verbrechens, das die Briten emotional stark berührt hat, sprachen sich bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Boulevardblattes „News of the World“ 83 Prozent der Befragten für ein Gesetz aus, das es ermöglichen würde, Informationen über den Aufenthaltsort verurteilter Sexualtäter zu veröffentlichen. Geoff Fisher, Leiter der Schule von Soham, schrieb am Sonntag in einem Brief an die Eltern: „Auch wenn niemand die Ereignisse der vergangenen drei Wochen vergessen kann, so müssen wir jetzt doch damit anfangen, unsere Leben und die Leben anderer wieder aufzubauen.“

Schon am Freitagabend hatte David Beckham gemeinsam mit den anderen Spielern des Matches gegen Chelsea der Mädchen gedacht. Beckham widmete sein erstes Saisontor beim 2:2 gegen Chelsea den Mädchen. Auch ein wichtiges Cricketspiel zwischen England und Indien begann am Samstag erst nach einer Gedenkminute für die beiden Mädchen.

Vor der Kirche von Soham sind mittlerweile mehr als 10.000 Blumensträuße niedergelegt worden. Die Ermordung der Mädchen hat rund 150.000 Briten veranlasst, über das Internet Trauerbotschaften an die Familien zu schicken. Thronfolger Prinz Charles hatte den Eltern der Opfer in privaten Briefen kondoliert.

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