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Großmufti Ceric "froh" über Mladics Festnahme

Er sei froh über die Festnahme des Ex-Generals Ratko Mladics. Die EU-Spitze traf mit hochrangigen Religionsvertretern zusammen.

Der Großmufti von Bosnien-Herzegovina, Reis-ul-Ulema Mustafa Ceric, hat am Montag die Festnahmen des ehemaligen Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic, begrüßt. Er sei “froh” über dessen Festnahme, sagte er anlässlich eines Treffens der EU-Spitzen mit Religionsführern in Brüssel. Der Vertreter der orthodoxen Kirche, Metropolit Emmanuel, betonte, dass die Religion im Balkan-Krieg für politische Zwecke missbraucht worden sei. Wie auch die EU-Spitze hoben die religiösen Führer die Wichtigkeit der Demokratisierung im Zuge des “arabischen Frühlings” in Nord-Afrika und der arabischen Welt hervor.

Der Großmufti bedankte sich ausdrücklich dafür, dass das EU-Parlament im Jänner 2009 eine Resolution angenommen hatte, die sowohl den Ministerrat als auch die Kommission und alle Länder des Westbalkans dazu aufforderte, den 11. Juli in ganz Europa zum Tag des Gedenkens an den Völkermord von Srebrenica zu erklären. Dem verhafteten Ex-General Mladic wird die Verantwortung für das von Truppen der bosnischen Serben in der einstigen bosniakischen Enklave Srebrenica im Sommer 1995 angerichtete Massaker zur Last gelegt. Der Vertreter der orthodoxen Kirche, der Pariser Metropolit Emmanuel, auch Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (CEC bzw. KEK) sagte dazu, Mladic werde am internationalen Gerichtshof in Den Haag der Prozess gemacht. Die orthodoxe Gemeinde unterstütze die Schaffung von Frieden und Gerechtigkeit.

EU-Spitze traf auf Religionsvertreter

Rund zwanzig hochrangige Vertreter aus Christentum, Judentum, Islam und buddhistischen Religionsgemeinschaften waren in Brüssel mit Spitzen der EU, darunter EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, dem Präsidenten der Europäischen Rates, Herman Van Rompuy und EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek zusammengetroffen. Im Focus der Gespräche stand die Lage in den europäischen Nachbarländern, insbesondere jener im Mittelmeer-Raum nach den Revolutionen in den nordafrikanischen Staaten.

Barroso betonte, man habe im Zuge der “befruchtenden und konstruktiven” Diskussionen über den Wert von Demokratie und Freiheit gesprochen und darüber, dass dies ein zentrales Konzept in Europa sei. Auch sei über das gemeinsame Ziel diskutiert worden, diese Werte in der Nachbarschaft der EU zu verbreiten. Er untestrich dabei unter anderem auch die Notwendigkeit, für Religionsfreiheit zu sorgen. Buzek erklärte, der Aufbau der Zivilgesellschaft sowie der Vermittlung der europäischen Werte nach außen sei “viel leichter” mit Hilfe der Religionsgemeinschaften zu verwirklichen als ohne diese.

Mit Blick auf den arabischen Raum sagte Rats-Präsident Van Rompuy sagte, werde gerade Geschichte geschrieben. Es sei aber noch ein langer Weg zu Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Daher dürften man sich als Europäer gerade jetzt nicht “weniger offen, weniger tolerant, eigennütziger, materialistisch, oder gar rassistisch” zeigen.

Der regelmäßige Dialog zwischen den EU-Spitzen und Religionsführern wurde 2005 eingerichtet. Es ist das zweite Treffen unter dem EU-Vertrag von Lissabon, der diesen Treffen auch eine Rechtsgrundlage gab.

(Quelle: APA)

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