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Griechisches Inselhüpfen

Blau und Weiß werden zu unseren Lieblingsfarben. Das liegt nicht zuletzt an der am Heck befestigten griechischen Flagge, die den Steuernden stets um die Haarspitzen flattert und die nicht umsonst aus diesen Farben besteht. Schließlich symbolisieren sie Meer und Himmel sowie das gleißend-weiße Licht der Sonne und des Sandes – ständige Begleiter bei einem Trip in der Ägäis.
Die Schönheiten von Kos

Blau und Weiß

Hell-, marine- und dunkelblau sind auch die Fensterläden und Türen der weiß gekalkten Inselhäuschen an Land gestrichen. Amorgos, die östlichste und abseits der typischen Inselhopper-Pfade gelegene Kykladeninsel, fügt dem blauen Farbenspiel noch einen Akzent dazu. Bei Amorgos wurde der Apnoe-Tauch-Kultfilm „The Big Blue“ gedreht. Hier steht die Villa „Le Grand Bleu“, dort eine Pension gleichen Namens. Etwas weiter gibt es Appartements, ein Internetcafé, eine Bar, Tauchkurse und abgedrehte Eisspezialitäten – und alle heißen „Big Blue“.

Karte

Die östliche Ägäis

Wieder auf See kommen Blau und Weiß nicht zuletzt deshalb so gut zur Geltung, weil sich die Inselwelt der östlichen Ägäis mit Vegetation und damit Farben zurückhält. Dafür sorgen Thymian, Oregano und Salbei selbst bei kurzen Landgängen für aromatische Erlebnisse der Extraklasse. Keine Regel ohne Ausnahme: Die Kos-Nachbarinsel Nisyros erstrahlt dank ihres vulkanischen Ursprungs in teils sattem Grün, vor allem im rund dreieinhalb Kilometer langen und etwa eineinhalb Kilometer breiten Krater im Inselinneren. Was die Gerücheküche anbelangt, müssen empfindliche Nasen hier mitunter einiges aushalten: Aus manchen Löchern entweichen neben heißem Dampf überwiegend dezente, teils aber auch beißende Schwefelgase. Da duftet es im kleinen Hafen von Pali doch deutlich angenehmer und das nicht nur aus den Küchen der vier Tavernen, sondern auch aus den Kombüsen der benachbarten Segelboote.

Seit vor einem Jahr begonnen wurde, die Hafenmole von Pali mit EU-Geldern zu verlängern, hat sich der für rund drei Dutzend Segelboote reichende Anlegeplatz zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Mit der verbesserten Mole wurde auch der Ort aufgewertet, alle Zeichen stehen auf Wachstum. Die wie Filmkulissen aussehenden Hafenhäuschen glänzen durch ihren frischen Anstrich, selbst die Kirche erstrahlt in – man ahnt es – blau und weiß. Nebenan sollen demnächst die öffentlichen Duschen fertiggestellt sein, ebenso die Wasser- und Stromversorgung für die Segler.

Jeder Felsen ein Tipp

Fehler kann man bei griechischen Bootsferien wenig machen. Christos Mylonas, Basisleiter des Segelbootverleihers Moorings in Kos, hat es angekündigt: „Jeder Felsen hier ist ein Tipp“ – und Griechenland hat viele Felsen. Allein 700 der 3000 Inseln tragen einen Namen. Die gesamte Küstenlinie Griechenlands kommt beinahe auf die Hälfte der Küstenlinie ganz Afrikas. Gerade von Kos aus kämen – theoretisch – noch etliche Optionen Richtung Türkei hinzu, beginnen doch deren Hoheitsgewässer nur ein paar Seemeilen weiter östlich.

Kos-Splitter

Aus seglerischer Sicht bieten die griechischen Gewässer jedoch genug Stoff für gut ein Dutzend Törns. Zum Beispiel nach Samos, Rhodos oder zur berühmten Schwammtaucher- und Schwertfischerinsel Kalymnos. Doch ganz gleich, wohin es einen treibt: Früher oder später landet man wieder auf Kos, dem idealen Ausgangs- und Endpunkt. Das liegt nicht nur daran, dass sich hier eine von gerade einmal zwei Marinas im Dodekanes befindet, sondern auch an der bewegten Geschichte der Insel. Neben dem bedeutendsten von griechenlandweiten rund 300 Äsklap-Heiligtümern sind da die sehenswerten Erbstücke aus der Zeit der Venezier, Johanniter und Osmanen. Letztere hinterließen türkische Bäder, Bauten und Moscheen.

Akkordeon und Segway

Diese gesammelten Werke der vergangenen Jahrhunderte erfreuen vor allem die Urlauber, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Kommando übernommen haben. Große Hotelburgen entlang mancher Küstenabschnitte sowie Souvenirshops, Galerien und Designerboutiquen in Kos-Stadt zeugen davon.

Unter mächtigen Bougainvilleen und Oleandern und gegenüber Kastell, Hafen und der Platane, unter der Hippokrates vor rund 2500 Jahren gelehrt haben soll, reihen sich Restaurants und Cafés aneinander. In den Fußgängerzonen spielen Kinder Akkordeon, geben sich Katzen und Hunde ein Stelldichein und bahnen sich Segway-Fahrer auf ihren ulkigen Gefährten den Weg.

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