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Griechenland setzt Finanzmärkte unter Druck - aber keine Panik

An den Finanzmärkten erholte sich der Eurokurs rasch von ersten Abschlägen am Morgen nach dem Referendum.
An den Finanzmärkten erholte sich der Eurokurs rasch von ersten Abschlägen am Morgen nach dem Referendum. ©EPA
Das klare Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger hat den internationalen Aktienmärkten zum Wochenauftakt Verluste eingebrockt.

Das Minus fiel aber geringer aus als zunächst erwartet. Der Eurokurs hielt sich stabil. Der Rücktritt des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis wurde von Börsianern als Stütze für den Markt gesehen, hieß es am Montag im Handel.

Der Dax fiel in den ersten Handelsstunden um rund 1,5 Prozent auf etwa 10 891 Punkte. Vorbörslich hatten Wertpapierhändler mit einem deutlich heftigeren Einbruch von rund 3 Prozent gerechnet. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex bereits 3,78 Prozent an Wert eingebüßt.

Das griechische “Ochi” (Nein) zu den Sparforderungen der Gläubiger Griechenlands brachte auch wichtige Auslandsbörsen nur wenig in die Bredouille: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel zuletzt um knapp 2 Prozent. In Japan schloss der Nikkei-Index mehr als 2 Prozent tiefer.

Deutsche Staatsanleihen waren gesucht, während Anleihen aus südeuropäischen Ländern unter Druck standen. In Italien, Spanien und Portugal stiegen die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen um jeweils etwa 10 Basispunkte. Die Renditen stehen für das Zinsniveau, dass die Staaten für frisches Geld vom Kapitalmarkt aktuell zahlen müssten. Verglichen mit dem Höhepunkt der Eurokrise ist das eine verhaltene Reaktion.

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Ausschlaggebend ist in erster Linie die Zusicherung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Euro mit allen Mitteln zu verteidigen.

Heftigere Marktreaktionen in Griechenland

In Griechenland fiel die Marktreaktion viel heftiger aus. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen Athens schoss auf 61 Prozent nach oben. Die Risikoaufschläge auf zehnjährige Staatstitel stiegen ebenfalls deutlich, wenn auch lange nicht so stark wie in der kürzeren Laufzeit. Das ist ein klarer Hinweis, dass Anleger einen Zahlungsausfall Athens als sehr wahrscheinlich ansehen.

Der Kurs des Euro gab nach, grenzte die Abschläge nach dem Varoufakis-Rücktritt aber ein. Zuletzt stand die Gemeinschaftswährung bei 1,107 US-Dollar und damit nur wenig unter dem Niveau vom Freitag.

Weitere Vorgehen der Gläubigerstaaten entscheidend

Als entscheidend bewerten Anleger jetzt das weitere Vorgehen der Gläubigerstaaten nach dem Nein der Griechen zu ihren Sparvorgaben. Viele Marktteilnehmer hoffen dabei auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone. Die US-Bank JPMorgan sieht dieses nun als Basisszenario für ihre Analysen an. (dpa)

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