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Griechenland: Euro-Finanzminister suchen in letzter Minute Kompromiss

Athener Regierungschef trifft am Mittwoch Institutionen-Vertreter
Athener Regierungschef trifft am Mittwoch Institutionen-Vertreter ©AP
In den Verhandlungen über die Griechenland-Rettung kommen die Finanzminister der Eurozone am Mittwochabend zu einem womöglich entscheidenden Sondertreffen zusammen. Angesichts einer drohenden Staatspleite wolle sich die Eurogruppe um eine umgehende Finanzierung kümmern.
Massive Zweifel an Vorschlägen
Revolte in Athen gegen Tsipras?

Ziel des Sondertreffens sei es, letzte Hand an einen von Experten vorbereiteten Kompromissvorschlag der Griechenland-Gläubiger und der Regierung in Athen zu legen. Dieser soll die weitere finanzielle Unterstützung des von der Pleite bedrohten Landes ermöglichen, sofern die griechische Regierung ausreichend verlangte Reformen zusagt. Gelingt ein Durchbruch, könnte eine Einigung am Donnerstag von den Staats- und Regierungschefs der Währungsunion beim regulären EU-Gipfel gebilligt werden. Scheitern die Gespräche, bleibt bis zum Auslaufen des griechischen Hilfsprogramms Ende Juni kaum noch Zeit, um das Land noch vor dem Bankrott zu retten.

Tsipras trifft am Mittwoch Juncker, Draghi und Lagarde

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras kommt nach Regierungsangaben am Mittwoch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EZB-Chef Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde in Brüssel zusammen. Der griechische Chef-Verhandler Euklid Tsakalotos hatte zuvor in der belgischen Hauptstadt erklärt, eine “zumindest teilweise Lösung” im Schuldenstreit sei näher als je zuvor.

Eurogruppe lotet schnelle Finanzspritze für Athen aus

Angesichts einer drohenden Staatspleite will sich die Eurogruppe um eine umgehende Finanzierung Griechenlands kümmern. Falls es am Mittwoch eine Vereinbarung auf ein Spar- und Reformpaket gebe, könnten möglicherweise 1,9 Milliarden Euro aus Anleihegewinnen der Europäischen Zentralbank (EZB) relativ rasch fließen, hieß es am Dienstag in Brüssel. Entscheidungen dazu gebe es noch nicht.

Die Uhr im Schuldenstreit tickt

Griechenland steht unter hohem Druck, denn am Dienstag kommender Woche (30.6.) müssen rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt werden. Viele trauen dem Krisenland nicht mehr zu, den hohen Betrag zu stemmen.

Die 1,9 Milliarden Euro stammen aus Gewinnen, die die EZB mit angekauften griechischen Staatspapieren (sogenanntes SMP-Programm) gemacht hat. Das Geld wird über die Staatskassen an Athen zurückgegeben. Die Gewinne gehören zu den insgesamt 7,2 Milliarden Euro Hilfen, die wegen einer fehlenden Abmachung im Schuldenstreit seit langem blockiert sind. Die SMP-Gewinne könnten auch relativ einfach freigegeben werden.

Eine weitere Variante, um Athen mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen, wäre eine Anhebung der Obergrenze für die Ausgabe von kurzfristig laufenden Staatsanleihen in Griechenland, den sogenannten T-Bills. Dafür ist die EZB zuständig. (APA/red)

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