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Grazer Häftlinge brannten "Häf'nalk" - und wurden rabiat

Die Auswirkungen von Alkohol sind hinlänglich bekannt
Die Auswirkungen von Alkohol sind hinlänglich bekannt ©Bilderbox
Vier Häftlinge haben in der Grazer Justizanstalt Jakomini versucht, in ihrer Gemeinschaftszelle Obst selbst zu maischen und daraus Schnaps zu brennen - mit gemischtem Erfolg.

Allerdings hatten sie wenig Geduld und gingen bereits an die halb vergorene Maische, was zu schlimmen Rauschzuständen und zu einer kräftigen Keilerei untereinander führte. Dies berichtete die “Kleine Zeitung” (Samstag-Ausgabe).

Bei dem Versuch zu schlichten und die rabiat gewordenen Männer zu trennen, wurde ein Justizwachebeamter leicht verletzt. Seitens der Anstalt steht eine Bestätigung der Geschichte noch aus.

Die vier Häftlinge wollten selbst Alkohol herstellen, aber: “Schnapsbrennkessel stand ihnen natürlich keiner zur Verfügung”, so Oberst Karl Schrittwieser, stellvertretender Leiter der Justizanstalt, gegenüber der Zeitung: “Deshalb haben sie selbst Obst vergoren.” Die Früchte, großteils Äpfel und Birnen, hatten sie sich beim wöchentlichen Einkauf in der Strafanstalt besorgt und mit Brot in einem Gefäß in ihrer Zelle angesetzt.

Warten wollten die Männer im mittleren Alter jedoch nicht so lange auf ihren “Hausbrand”: “Getrunken haben sie ihn schon im halbrohen Zustand” so Schrittwieser. Dadurch seien sie in einen Rauschzustand verfallen – benebelt von der Maische, begannen sie zu raufen. Justizwachebeamte wollten die vier Häftlinge sofort trennen und einzeln in Zellen unterbringen. Doch so leicht ließen sich das die vom “Häf’ngeist” illuminierten Männer nicht gefallen. Die Beamten wurden attackiert, einer von ihnen verletzt, so die Zeitung. “Er hat eine offene Wunde erlitten, war kurz im Krankenstand, versieht aber schon wieder seinen Dienst”, so Oberst Schrittwieser. Nun müsse ein Testergebnis abgewartet werden. Es gebe zwar keine Hinweise auf eine infektiöse Erkrankung des Mannes, doch würden bei offenen Wunden Test routinemäßig gemacht”, betonte die Anstaltsleitung.

Für die Häftlinge habe der Vorfall Konsequenzen. Ein Ordnungsstrafverfahren laufe, die Strafen können von einer Abmahnung über eine Geldbuße bis hin zur vierwöchigen Haft in einem separierten Raum reichen. Häufig seien derartige Verstöße, wozu für die Anstaltsleitung auch das Einschleusen von Drogen zähle, nicht. “Doch so etwas kann vorkommen”, so Oberst Schrittwieser: “Wir sind eben kein Mädchen-Pensionat.”

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