Gratis-Kindergarten: Anmelde-Schub in einigen Bundesländern

Die Einführung des Halbtages-Gratiskindergarten für Fünfjährige in ganz Österreich zeitigt unterschiedliche Folgen für die Bundesländer.

Während mancherorts unter Hinweis auf die bereits hohe Betreuungsquote in dieser Altersgruppe kaum ein Anmeldungsplus in öffentlichen Kinderbetreuungsstätten registriert wird, ist in anderen Ländern sehr wohl ein Anstieg zu bemerken, ergab ein APA-Rundruf. Einige Länder verfügen allerdings noch über gar keine Statistiken.

In Vorarlberg werden ab Herbst laut den voraussichtlichen Anmeldungszahlen rund 10.250 Kinder den Kindergarten besuchen, erstmals wird damit die 10.000er-Marke überschritten. Im Ländle werden bereits jetzt nahezu alle Vierjährigen (99 Prozent) und Fünfjährigen (98,8 Prozent) dort betreut. Daher gibt es laut dem zuständigen Landesrat Siegi Stemer (V) auch kaum Platzprobleme, wenn der Kindergartenbesuch für Fünfjährige im Ländle ab 1. Jänner 2010 verpflichtend wird. Die Bundesgelder für das Gratiskindergartenjahr nützt das Land nun auch zu einem Ausbau der Kindergärten für die Dreijährigen. 2009/10 kommen insgesamt 41 neue Kindergartengruppen zu den derzeit bestehenden 496 dazu. 17 der 96 Gemeinden schaffen neue Räumlichkeiten.

“Sicher mehr Anmeldungen als im Vorjahr” erwartet in Kärnten die Kindergarteninspektorin des Landes, Iris Raunig. Genaue Zahlen gebe es aber erst im September. Engpässe gebe es keine: “Teilweise wurden neue Plätze geschaffen, so haben wir alle, die angemeldet wurden auch untergebracht”, so Raunig. In Kärnten ist der Kindergarten seit 2006 für Fünfjährige halbtägig gratis – 75 Euro gehen dafür pro Monat vom Land an die Betreiber, das Mittagessen ist nicht inkludiert. Im März 2008 wurde die Initiative vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr ausgeweitet. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro pro Jahr.

Oberösterreich erwartet ab September knapp 4.000 Kinder mehr, rund 41.600 Anmeldungen liegen vor. Dort ist ab September die Betreuung für alle Kinder über 30 Monate gratis, egal ob halbtags oder ganztags. Derzeit besuchen bereits zwei Drittel der Dreijährigen, 92,5 Prozent der Vierjährigen und 96,1 Prozent der Fünfjährigen – insgesamt 37.782 Buben und Mädchen – einen Kindergarten. Die Zahl der Gruppen soll von derzeit 2.007 auf über 2.230 steigen, 250 Pädagoginnen und 250 Helferinnen werden aufgenommen, 200 zusätzliche Räume bereitgestellt. Dafür werden heuer noch 39 Mio. Euro investiert, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Viktor Sigl (V). Generell dürften sich die jährlichen Kosten – bestehend aus der Übernahme der Elternbeiträge, dem Personal- und Bauaufwand – mit rund 50 Mio. Euro zu Buche schlagen.

In Niederösterreich ändert sich durch den vom Bund beschlossenen Gratiskindergarten nichts, die Betreuung ist hier an Vormittagen bereits gratis, und zwar im Ausmaß von 30 Stunden pro Woche. Eine Steigerung der Anmeldezahlen sei nicht zu erwarten, verwies das Büro der zuständigen Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (V) darauf, dass bereits jetzt 98 Prozent der Fünf- bis Sechsjährigen den Kindergarten besuchen. Pro Jahr treten etwa 15.500 Kinder ein. Platzprobleme gebe es im Wesentlichen nicht – ebenso wenig eine Verschiebung zu Lasten der kleineren Kinder: Im Rahmen der “Kindergarten-Offensive” als Folge der im Vorjahr eingeführten Aufnahme von Zweieinhalbjährigen (zuvor lag die untere Altersgrenze bei drei Jahren) wurden bereits 400 zusätzliche Gruppen geschaffen, bis 2010 kommen weitere 100 dazu.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Gratis-Kindergarten: Anmelde-Schub in einigen Bundesländern
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen