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Grasser kritisiert Haider

Finanzminister Grasser (F) stellte sich im FPÖ-Machtkampf eindeutig auf die Seite von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und fand sehr kritische Worte für Jörg Haider.

Wenn man von der stabilen Finanzpolitik „abgehen wollte, in Form einer Steuerreform 2003, glaube ich zu wissen, was ich zu tun habe“, wollte Grasser indirekt seinen Rücktritt für einen solchen Fall nicht ausschließen.

In Richtung Haider meinte der Finanzminister, es sei notwendig, zu einer gemeinsamen Arbeit zurück zu kehren. „Haider muss sich fragen, wie man wieder zu einer gemeinsamen Arbeit zurückfinden kann und was er dazu beitragen kann.“ Grasser gab Haider die Schuld für den Konflikt: „Denn es war niemand von uns, der mit dem Gang in die Medien und dem medialen Postulieren von verschiedenen Positionen Kritik an der Regierung, an der Parteichefin begonnen hat.“ Der Finanzminister erinnerte Haider auch daran, dass er die FPÖ in die Regierung geführt habe, deshalb könne man mit Recht auch seine volle Unterstützung für die Regierungsarbeit erwarten. „Das sehe ich zur Zeit nicht“, kritisierte Grasser.

Gelassener gaben sich Sozialminister Herbert Haupt und Verteidigungsminister Herbert Scheibner. Scheibner erwartet eine Einigung zwischen Haider und Riess-Passer. „Ich gehe davon aus, dass sich jetzt bei uns alle darauf besinnen, was sie zu tun haben, nämlich für Österreich und für die Bevölkerung zu arbeiten.“ Der Verteidigungsminister betonte, dass die Steuerreform ohne Sonderparteitag um ein Jahr verschoben werden. Medienberichte, wonach er parteiintern bereits als Vizekanzler gehandelt würde, bezeichnete Scheibner als „Unsinn“.

Haupt schätzt die Lage „eigentlich sehr ruhig“ ein. „Es wird eine vernünftige Lösung geben“, zeigte sich Haupt optimistisch. Mit den Rücktrittsdrohungen sowohl von Haider als auch von Riess-Passer hat der Sozialminister keine Freude. „Mit Rücktritt droht man nicht, man macht ihn oder man lässt ihn bleiben.“

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