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GR: Kreuzfahrtschiff ist gesunken

Das in der Ägäis in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff ist Freitag früh gesunken. Zuvor waren alle knapp 1.600 Menschen evakuiert worden. Die "Sea Diamond" sank kurz vor 7.00 Uhr.   | Das Schiff

Das havarierte Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“ ist Freitag früh mit einem dröhnenden Krach vor dem Hafen der Insel Santorini untergegangen. Unterdessen begannen Taucher mit der Suche nach zwei vermissten Franzosen. Sie waren in ihrer Kabine auf einem der unteren Decks des Schiffes von dem rasch eindringenden Meerwasser überrascht worden und vermutlich ertrunken. Österreicher befanden sich hingegen nicht an Bord, sagte Außenamts-Sprecherin Astrid Harz der APA.

Zudem besteht nach dem Untergang der Fähre die Gefahr einer Ölpest. Daher wurden in Santorin zwei Spezialschiffe zur Bekämpfung von Ölteppichen erwartet, berichtete das staatliche griechische Fernsehen.

Rund 350 schiffbrüchige Passagiere sind Freitag früh an Bord einer kleinen Fähre in Piräus eingetroffen. „Sie alle sagten uns, sie hätten Riesenglück gehabt und bedankten sich für die rasche Hilfe“, sagte Palli-Petralia.

Die meisten anderen Passagiere, die überwiegend aus den USA und Kanada stammen, wurden an Bord eines anderen Kreuzfahrtschiffes am Freitagnachmittag in Piräus erwartet. Zudem waren rund 115 Spanier und etwa 120 Franzosen sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Staaten an Bord. 70 Passagiere weigerten sich, per Schiff nach Piräus zu fahren und sollten aus Santorin ausgeflogen werden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk weiter.

Die Stelle des Untergangs ist nach Angaben von Fischern zwischen 150 und 200 Meter tief. Wie der Bürgermeister der Insel, Angelos Roussos, im Fernsehen sagte, befänden sich schätzungsweise rund 350 Kubikmeter Öl in den Tanks des untergegangenen Schiffes. „Sie müssen dringend herausgepumpt werden“, sagte der Bürgermeister weiter. Der Kapitän und weitere drei Schiffsoffiziere wurden in der Früh festgenommen.


Zwei Franzosen vermisst

Das nach einem Navigationsfehler havarierte Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“ ist Freitag früh vor dem Hafen der griechischen Insel Santorin gesunken. Zwei Passagiere aus Frankreich wurden noch vermisst, sie sind vermutlich ertrunken.
Vermisst wurden noch ein 45-jähriger Vater und seine 16-jährige Tochter aus Frankreich. Es bestehe kaum noch Hoffnung, sie lebend zu finden. In der Kabine der Familie spielten sich nach Aussagen der Ehefrau dramatische Szenen ab. „Die Ehefrau des vermissten Franzosen sagte mir, sie seien von den einströmenden Wasser in ihrer Kabine überrascht worden. Sie konnte sich schwimmend retten. Was hinter ihr mit ihrem Mann und ihrer Tochter geschah, konnte sie nicht sagen.

Franzosen sagte mir, sie seien von den einströmenden Wasser in ihrer Kabine überrascht worden. Sie konnte sich schwimmend retten. Was hinter ihr mit ihrem Mann und ihrer Tochter geschah, konnte sie nicht sagen.


Immer wieder Havarien von Kreuzfahrtschiffen

In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Havarien von Kreuzfahrtschiffen gekommen. Die Passagiere konnten stets unverletzt gerettet werden, doch entstand meist hoher Sachschaden. Hier einige Fälle:

  • 09.11.2001: Das Kreuzfahrtschiff „Arkona“ rammt eine Kaimauer im Hafen von Mahon auf der Baleareninsel Menorca. Zuvor war ein Brand im Maschinenraum mit Bordmitteln gelöscht worden. Das 1980 in Hamburg vom Stapel gelaufene und aus der Fernsehserie „Traumschiff“ als „Astor“ bekannte Schiff wird so schwer beschädigt, dass die geplante Reise in die Karibik abgebrochen werden muss. Die 300 Passagiere werden in ihre Heimatländer zurückgeflogen.
  • 23.06.1995: Der Kreuzfahrer „Star Princess“ läuft auf einen Felsen in Süd-Alaska. Das Heck des 245 Meter langen und 63.500 Tonnen großen Kreuzfahrers wird stark beschädigt. Die etwa 1.600 Passagiere werden ausgebootet. Der Gesamtschaden des Zwischenfalls beläuft sich auf mehr als 27 Millionen Dollar. Unfallursache war ein Navigationsfehler. 
  • 18.08.1993: Das US-Kreuzfahrtschiff „Yorktown Clipper“ kollidiert vor Alaska mit einem Felsen. Der Schiffskörper wird auf 24 Meter Länge beschädigt. Durch ein Leck strömt Wasser in den Kreuzfahrer. Die 134 Passagiere werden von einem anderen Kreuzfahrtschiff, einem Hubschrauber sowie einem Kutter übernommen. – 07.08.1992: Der britische Luxusliner „Queen Elizabeth 2“ havariert mit 1.815 Passagieren an Bord vor der US-Ostküste. Bei der Grundberührung vor Massachusetts besteht keine Gefahr für die Touristen und die Besatzung. 
  • 27.06.1989: Die sowjetische „Maxim Gorki“ (Ex-„Hamburg“, Ex-„Hanseatic“) kollidiert auf einer Kreuzfahrt im Nordpolarmeer mit einer Eisplatte. Das Schiff schlägt leck. Die Reisenden werden ausgebootet. Niemand wird verletzt.

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