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Gottwald holt zweites Gold

Felix Gottwald hat sich mit seinem Sieg im olympischen Kombi-Sprint am Dienstag endgültig seinen Platz in der österreichischen Sportgeschichte gesichert. Steckbrief | Erfolgreichster Athlet | Reaktionen

Der 30-jährige Salzburger gewann nach Rang zwölf im Springen nach einem fantastischen 7,5-km-Langlauf auch den Sprintbewerb und kürte sich nach dem Gold mit der Mannschaft zum dritten österreichischen Doppel-Olympiasieger der XX. Winterspiele. Auf den Plätzen landeten Magnus Moan (NOR/+5,4 Sek.) und der nach dem Springen führende Georg Hettich (GER/+9,6 Sek.). “Mir geht’s sehr sehr gut. Ich habe einen Teil von meinem sportlichen Traum mit der Mannschaft schon realisieren können, und das Einzel-Gold ist immer noch bei den unerledigten Sachen gewesen.“

Gottwald war mit 54 Sekunden Rückstand in die Loipe gegangen und hatte von Beginn an keinen Zweifel daran gelassen, dass er im dritten und letzten Bewerb dieser Spiele aufs Ganze gehen will. Schon nach 1,4 Kilometern wies Gottwald als bereits Sechster nur noch 24,4 Sekunden Rückstand auf Hettich auf, nach 2,5 waren es nur noch 8,9 und schon bei rund 3,5 Kilometern übernahm der Mann aus Zell am See die Führung. “Ich habe im ersten Anstieg gemerkt, dass einiges möglich ist, weil ich wirklich locker gegangen bin. Ich habe mir nur gesagt, bleib geduldig, behalt dir die Körner bis zum Schluss auf.“ Zwei Kilometer vor Schluss attackierte Gottwald, setzte sich vom Feld ab und war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gefährdet. Ein Schluss-Sprintduell blieb ihm erspart. Nach 18:29:00 Minuten überquerte Gottwald die Ziellinie und freute sich über sein zweites Olympia-Gold. “Ich habe mich sehr gut gefühlt diese Tage. Ich habe auf der Schanze meinen Sprung gemacht und hab einfach geschaut, dass ich mein Rennen laufe.“

Trainer, Teamkollegen und Konkurrenz freute sich für Gottwald, der den Olympiasieg verdient hat wie kein anderer. Unter den ersten Gratulanten war freilich Cheftrainer Günther Chromecek, der seine Tätigkeit nach dieser Saison zurücklegt, dafür wohl aber keinen besseren Zeitpunkt finden konnte. “Fassungslos. Es ist echt ein Wahnsinn, wie der heute gelaufen ist, und der Sprung dazu, das hat auch noch gepasst. Also wirklich fantastisch.“

Dem Rest des goldenen ÖSV-Quartetts lief es nicht so nach Wunsch: Michael Gruber wurde unmittelbar vor Mario Stecher 13., Christoph Bieler landete nur auf Rang 23. Stecher war enttäuscht. Mit “schlecht“ kommentierte er seine Leistung. “Ich bin froh, dass ich mit dem Team meine Medaille geholt hab und da dabei war. Leider hab ich im Einzel meine schlechtesten Sprünge gezeigt.“

Doch alle freuten sich mit Gottwald mit, darunter auch Sprungtrainer Andy Felder, der Gottwald auch als besonderen Naturburschen lobte: “Er nimmt nicht einmal ein Kopfwehpulver. Er ist konsequent und gibt alles für den Sport.“

In der Gesamtbilanz rangiert Gottwald nun hinter Toni Sailer (3mal Gold) bereits auf Platz zwei (2 Gold/1 Silber/3 Bronze). Sechs Medaillen bei Olympischen Spielen hat vor ihm noch kein Österreicher geschafft.

NORDISCHE KOMBINATION – Sprint:
Felix Gottwald (AUT)
Magnus Moan (NOR)
Georg Hettich (GER)
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