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"Gott schickt nicht immer einen Pezzey"

Im Rahmen der Startschuss-Gala des Vereins "2008 - Österreich am Ball" am Montag in der Wiener Hofburg war auch Otto Rehhagel als Gast geladen. Der Erfolgstrainer sprach unter anderem über die EM-Chancen des ÖFB-Teams.

Der Frage, ob Österreich 2008 in eine ähnliche Rolle schlüpfen könnte wie Griechenland 2004, wich Rehhagel aus. “Für Österreich gilt es in erster Linie, für eine perfekte Organisation zu sorgen”, sagte der frühere Bremen-Meistermacher. “Das österreichische Nationalteam ist derzeit nicht Weltklasse, aber man stellt hohe Ansprüche.” Trotz der Außenseiterrolle traut Rehhagel dem Nationalteam bei der EURO einiges zu. “Wenn das erste Spiel losgeht, kannst du alles, was vorher war, vergessen. Die Spieler können und müssen über sich hinauswachsen”, betonte die Trainer-Legende. “Ihr habt alles zu gewinnen und nichts zu verlieren.”

Österreich müsse sich damit abfinden, nicht permanent mit Ausnahme-Kickern gesegnet zu sein. “Der liebe Gott schickt die Menschen zur Erde, und er hat halt noch keinen zweiten Ocwirk geschickt. Manchmal hat man Glück und man hat fünf, sechs sehr starke Spieler wie Österreich in der 78er-Mannschaft. Aber der liebe Gott schickt nicht immer einen Pezzey”, sagte Rehhagel.

Mit Ratschlägen für ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger, der in den 70er-Jahren in Offenbach unter Trainer Otto Rehhagel gespielt hat, hielt sich der 68-Jährige zurück. “Er muss genau das machen, was er will, er hat die Richtlinienkompetenz.” Das Vorgehen nach der “Causa Pogatetz” hält Rehhagel für gerechtfertigt. “Wenn ein fauler Apfel im Sack voller schöner Äpfel stört, muss man den entfernen.”

Die Chancen auf ein Trainer-Duell Hickersberger – Rehhagel im Rahmen der EURO stehen nicht schlecht. Die Griechen liegen in der Qualifikations-Gruppe C mit drei Siegen aus drei Partien auf Rang zwei. Sein Erfolg mit den Griechen ist laut Rehhagel eine Systemfrage. “Wenn man gegen einen übermächtigen Boxer kämpft, kann man auch nicht in den Ring gehen und kämpfen wie er. Man muss sich eine Strategie ausdenken”, meinte der Deutsche. “Alte und junge Spieler gibt’s nicht, nur gute und schlechte.”

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