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Goldener Ehrenbär für McKellen

Der britische Schauspieler Sir Ian McKellen (66) ist bei der Berlinale mit dem goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.

Festivalchef Dieter Kosslick übergab den Preis am späten Samstagabend im Kino International nahe dem Alexanderplatz. „Ich bin natürlich sehr geehrt, aber so eine Auszeichnung für das Lebenswerk stimmt mich auch nachdenklich“, sagte McKellen.

In seiner Laudatio würdigte McKellens langjähriger Freund, der US-Schriftsteller Armistead Maupin („Stadtgeschichten“) McKellens Engagement für die Rechte Homosexueller. Es sei sehr mutig gewesen, sich als einer der ersten Schauspieler als schwul zu outen.

„Vielleicht haben die mich ja jetzt geehrt, weil sie ahnen, dass ich die Reise hierher schon bald nicht mehr machen kann“, sagte McKellen. In den vergangenen 40 Jahren spielte McKellen eigener Aussage zufolge rund 220 Rollen. Vor allem mit der Verkörperung des Zauberers Gandalf in der „Herr der Ringe“-Trilogie erlangte McKellen Weltruhm. „Ich weiß noch immer nicht, warum ich dafür engagiert wurde“, sagte McKellen. „Wahrscheinlich war ich billig und Sean Connery und Anthony Hopkins nicht verfügbar“, witzelte er. „Den damit zusammen hängenden Ruhm genieße ich sehr.“ Er fühle sich manchmal wie der Weihnachtsmann, wenn kleine Kinder auf ihn zukämen und ihn tatsächlich für die Filmfigur hielten.

McKellen, der sich bereits Ende der achtziger Jahre als schwul outete, engagiert sich neben seinen zahlreichen Bühnen- und Filmprojekten auch für die Rechte Homosexueller. „Noch heute sind die Reaktionen und Einstellungen der Gesellschaft das eigentliche Problem“, sagte McKellen. Er werde wütend, wenn Menschen für ihre Gefühle missachtet werden. „Auch die Filmindustrie in Hollywood ist da sehr altmodisch.“ Es sei noch immer schwierig, als Schauspieler oder Schauspielerin offen homosexuell zu sein.

Für seine Verdienste um das Theater wurde McKellen 1990 von Königin Elizabeth II. mit dem Ritterschlag zum Sir geadelt. Dieses Jahr wird er im Kino mit „X-Men 3“ und „The Da Vinci Code“ („Sakrileg“) gleich in zwei Blockbustern zu sehen sein. Außerdem wird McKellen in Shakespeares „King Lear“ auf der Bühne stehen.

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