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Goldener Bär an "Grbavica"

Die majoritär österreichische Koproduktion „Grbavica“ der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic, erhielt bei der 56. Berlinale den Hauptpreis des Wettbewerbs, den Goldenen Bären.

Zuvor hatte der Streifen, der von der Wiener Produktionsfirma Coop99 mit Partnern aus Bosnien, Kroatien und Deutschland produziert wurde, bereits von der Ökumenischen Jury den Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb erhalten.

Mit sehr viel Sensibilität widmet sich die Regisseurin, von der auch das Drehbuch stammt, in ihrem ersten Spielfilm den Folgen des Krieges in Bosnien-Herzegowina. Sie hat mit vielen Frauen gesprochen, die im Krieg vergewaltigt wurden. So ist unter der Mitarbeit von Barbara Albert (Buchmitarbeit, Produktion) ein Film entstanden, der berührend und echt wirkt, ein stiller Film, der ohne viele Worte auskommt, aber mit starken Bildern arbeitet.

Im Mittelpunkt der Filmhandlung stehen die Mutter Esma (Mirjana Karanovic) und ihre Tochter Sara (Luna Mijovic), die in Grbavica, einem Stadtteil von Sarajevo leben. Eines Tages erfährt Sara, dass sie bei einer Vergewaltigung in einem Gefangenenlager gezeugt wurde. Trotz all der schlimmen Ereignisse und der schwierigen Mutter-Tochter Beziehung endet der Film nicht hoffnungslos, sondern versöhnlich. In den österreichischen Kinos ist der Streifen ab 3. März zu sehen.

Jasmila Zbanic wurde 1974 in Sarajevo geboren und ist Absolventin der Academy of Dramatic Arts in Sarajevo, Fakultät Theater und Filmregie. Vor ihrer Tätigkeit als Drehbuchautorin und Regisseurin arbeitete sie als Puppenspielerin am „Bread and Puppet“ Theater in Vermont und als Clown. „Ich glaube, ich träume und wache in Kürze in Sarajevo auf“, sagte sie in ihrer Dankesrede. Sie erinnerte daran, dass Kriegsverbrecher wie Ratko Mladic und Radovan Karadzic, die für die organisierte Vergewaltigung von 20.000 Frauen und den Tod so vieler Menschen verantwortlich seien, noch immer auf freiem Fuß sind: „Auch das ist Europa, und niemand ist daran interessiert, sie zu verhaften.“

Die österreichische Filmregisseurin Barbara Albert wurde als Produzentin gemeinsam mit ihren Kollegen Martin Gschlacht, Antonin Svoboda und Jessica Hausner von der Wiener coop99 auf die Bühne geholt: „Es war eine sehr intensive und schöne Arbeit. Ich habe Jasmila vor zehn Jahren in Sarajevo kennen gelernt, in einer Stadt, die damals zerstört war und in der es damals nicht vorstellbar, dass wir einmal hier stehen könnten. Ich hoffe, dass sich viele Menschen dadurch mit dem Thema befassen werden. Ich hoffe, wir werden durch diesen Film mehr über etwas sprechen können, das noch immer ein Tabu ist: Vergewaltigung als psychologische Kriegsführung.“

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