Götzis: Tage der Utopie im Bildungszentrum St. Arbogast

Zukunftsweisende Themen, Konzepte und Ideen in Götzis
Zukunftsweisende Themen, Konzepte und Ideen in Götzis ©Bildungshaus St. Arbogast
Festival für eine gute Zukunft erörtert mit Vorträgen, Dialogen oder Aufstellungen brennende Fragen unserer Zeit. Wie gerechtes Internet oder Wege aus der globalen Krise.

Alle zwei Jahre wird St. Arbogast in Götzis über rund eine Woche hinweg zu einem internationalen Zentrum für Zukunftsfragen. Die Tage der Utopie – diesmal vom 6. bis 11. Mai 2019 – haben sich als ein breitgefächertes Forum für Vordenker, Neuerer, Ideengeber weit über die Landesgrenzen hinaus einen Ruf als richtungsweisende Ideenschmiede erworben. Anstelle eines Generalthemas widmen sich die Tage der Utopie stets einer bunten Palette an brennenden Fragen bzw. besonderen Herausforderungen der Gegenwart. Kernidee ist die Präsentation gesellschaftspolitischer Perspektiven für eine wünschenswerte Zukunft. Heuer garantieren inspirierende Persönlichkeiten wie Ingrid Brodnig oder Julia Ebner für hochkarätige Vorträge (siehe Programm weiter unten).

Die zentralen Fragen heuer

Welche Prozesse sind hilfreich, um aus einer defizitorientierten Perspektive in die Lösungsorientierung zu kommen? Wie kann berechtigte Kritik mit Vision und ein Zukunftsbild mit Umsetzung verbunden werden? Wie können wir in einem so konkurrenzorientierten, effizienzgetriebenen Umfeld wie heute Werten wie Gemeinschaftlichkeit und Mitbestimmung treu bleiben? Diesen und weiteren Kernfragen werden sich namhafte Vortragende aus verschiedensten Fachdisziplinen stellen.

Das Programm im Überblick:

  • Eröffnet wird die Vortragsreihe am Montag, den 6. Mai von Christian Beinke und Ludwig Kannicht, Co-Gründer der Innovationsagentur Dark Horse, die zum aufsehenerregenden Beispiel für eine gelingende Utopie von Gemeinschaft, Autonomie und Erfolg wurde. In Orientierung an der Organisationsform mittelalterlicher Mönchsorden kreierte das Kollektiv außergewöhnliche Spielregeln agiler Unternehmensorganisation, die vertiefend vorgestellt werden. International bekannt wurde Dark Horse auch durchs Buch „Thank God it’s Monday“.

 

  • Am Dienstag, den 7. Mai entwirft Ingrid Brodnig ein Zukunftsbild, wie das Internet neu gebaut, Macht fairer verteilt und die Regeln transparenter werden könnten. Die mehrfach ausgezeichnete Fachjournalistin und Autorin von Erfolgsbüchern wie „Lügen im Netz. Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren“ (2017) besticht als Internetexpertin und wurde zum „Digital Champion“ Österreichs in der EU-Kommission ernannt. Bekannt ist sie auch durch ihre wöchentliche IT-Kolumne #brodnig im „Profil“.

 

  • Mittwoch, den 8. Mai präsentiert Roland Gruber als einer der führenden Fachleute auf diesem Gebiet nachhaltige Entwicklungsstrategien für den ländlichen Raum. Der gelernte Architekt und charismatische Referent erarbeitet mit seinem Innovationsprozess der „nonconform-Ideenwerkstatt“ in Dörfern und Kleinstädten verblüffende Strategien zwischen Bürgerbeteiligung, Lokalpolitik und konkreten baulichen Interventionen. Als Mitbegründer mehrerer Initiativen ist er bestens vernetzt und wird seinen reichen Erfahrungsschatz teilen.

 

  • Wie es gelingt, den Diskurs von den Rechtspopulisten zurückzuerobern wird Donnerstag, den 9. Mai von Julia Ebner erörtert. Die Extremismus- und Terrorismusforscherin beim Londoner Institute for Strategic Dialogue (ISD) und Autorin des Spiegel-Bestsellers „Wut: Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“ beschäftigt sich im Rahmen ihrer Forschungen mit Radikalisierung, Polarisierung, Wahlkampfmanipulation und Hass im Netz. Mit ihrer hochgeschätzten Expertise berät sie u. a. Regierungen und hält auch Workshops.

 

  • Freitag, den 10. Mai entwirft Thomas Gebauer, international renommierter Experte für Frieden und Sicherheit, eine Utopie des Helfens und zeigt Wege aus der globalen Krise auf. Als Geschäftsführer der Hilfsorganisation „medico international“ formulierte er u. a. „Zehn Thesen für eine andere Hilfe“ und wird beim Vortrag diverse Facetten der Wohltätigkeit, von den Aktivitäten der Superreichen über staatliche Hilfen bis zu lokalen Initiativen, hinterfragen.

Erörterung der Zukunft

2011 mit dem Österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet, beruht der Erfolg der Veranstaltung insbesondere auf dem unkonventionellen Konzept. Dieses gewährleistet einen intensiven Austausch mit den geladenen Experten ebenso wie der Teilnehmenden untereinander. Diskurs und Dialog verbinden sich zudem mit musikalischer Kreation. Und von speziellen Workshops über konkrete Projekte, die aus den Tagen der Utopie hervorgegangen sind, bis hin zur Ausstellung und Morgenmeditation eröffnet sich ein weites Feld an Impulsen, Inspiration und Partizipation. Rund 1.200 Teilnehmenden aus allen Bereichen der Gesellschaft, von der Wirtschaft über Kunst und Kultur bis zum Bildungswesen, bietet sich die Gelegenheit einer gleichermaßen profunden wie vielfältigen Erörterung unserer Zukunft, um sie entscheidend zu gestalten.

www.tagederutopie.org

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