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GM und Chrysler drücken bei Schrumpfkur aufs Tempo

Die insolventen US-Autobauer General Motors und Chrysler drücken bei ihrer Sanierung aufs Tempo. GM kommt zwei Tage nach seinem Insolvenzantrag beim Verkauf seiner Marken voran, Chrysler hofft den Gläubigerschutz bereits in Kürze wieder verlassen zu können.

Gegen die von beiden Konzernen angestrebte Streichung von insgesamt 2.400 Autohäusern formierte sich am Mittwoch jedoch Widerstand. Händler und Politiker fürchten, dass durch die Schließungen mehr 100.000 Arbeitsplätzen verloren gehen.

“Der Abbau von Vertragshändlern führt zu mehr Arbeitslosigkeit, bedroht Gemeinden und verringert die Steuereinnahmen, ohne dass die Autobauer entsprechende Kosten einsparen”, sagte John McEleney, der Chef der US-Autohändler-Vereinigung. Er war am Mittwoch auch in einen US-Senats-Ausschuss mit GM-Chef Fritz Henderson und Chrysler-Präsident Jim Press eingeladen. Chrysler plant die Schließung von 789 Verkaufsräumen, GM von 1.100. Durch den geplanten Verkauf der bisherigen GM-Marken Saab, Saturn und Hummer sollen beim einst weltgrößten Autobauer zusätzlich 470 Händler wegfallen.

Die Verhandlungen über den Verkauf der schwedischen GM-Tochter Saab sollen spätestens in zwei Wochen abgeschlossen sein, sagte Saab-Chef Jan-Ake Jonsson. Das Feld der potenziellen Käufer habe sich auf zwei verengt und eine Absichtserklärung mit einem “ernsthaften Käufer” könne noch vor Mitte Juni stehen, sagte er der Wirtschaftszeitung “Dagens Industri”. Medienberichten zufolge gelten der schwedische Luxus-Autobauer Koenigsegg und die Renco Group des US-Investors Ira Rennert als Favoriten. Saab hat bereits im Februar Insolvenz angemeldet.

Die GM-Geländewagensparte Hummer möchte das chinesische Unternehmen Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery übernehmen. Die Zentrale und Aktivitäten von Hummer sollen in den USA verbleiben, erklärte der Konzern, der mit GM parallel langfristige Kooperationsverträge abschließend will. Es wäre nach etlichen erfolglosen Versuchen das erste Mal, dass ein chinesischer Hersteller die Marke eines strauchelnden US-Herstellers erwirbt. Für die Marke Saturn, die ebenfalls auf der Verkaufsliste steht, gibt es laut GM 16 Interessenten.

Chrysler arbeitet seit gut einem Monat unter Gläubigerschutz und hofft den Insolvenzprozess in Kürze zu verlassen. Eine wichtige Hürde wurde am Sonntag genommen, als ein Gericht den Verkauf des Chrysler-Kerngeschäfts an den italienischen Hersteller Fiat genehmigte. Der Streichung von Autohäusern muss das Gericht aber noch zustimmen. Außerdem wird sich ein Berufungsbericht am Freitag mit dem Einspruch eines Investors gegen den Anteils-Verkauf an Fiat beschäftigen.

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