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"Gloria hatte überhaupt keinen Grund, abzutauchen"

Jürgen Albrecht mit einer Zeichnung, die seine Tochter Gloria zeigt.
Jürgen Albrecht mit einer Zeichnung, die seine Tochter Gloria zeigt. ©Paulitsch
Seit 5. März dieses Jahres ist Gloria Albrecht abgängig. Ein Albtraum für ihre Familie.
26-Jährige aus Lustenau weiter vermisst

Von Klaus Hämmerle / Vorarlberger Nachrichten

Höchst Jürgen Albrecht (55) hält eine Zeichnung mit dem Porträt seiner Tochter in Händen. Der Künstler hat die 26-Jährige gut getroffen. Ein Vergleich mit den Fotos beweist das.

Albrecht ist seit Wochen und Monaten viel mit Fotos seiner Tochter unterwegs, mit gedruckten und digitalen. „Die Reaktionen sind massiv und zahlreich“, sagt der Vater.

Emotionaler Mensch

Glorias Verschwinden aus dem Elternhaus in Lustenau ist für die Eltern und die zwei Schwestern ein Trauma. „Gloria saß am 5. März noch beim Frühstück zu Hause. Alles war normal. Sie sagte, sie wolle in den Messepark, um sich eine Sim-Karte zu besorgen. Das hat sie dann auch getan. Anschließend kehrte sie zurück nach Lustenau. Eine Videokamera nahm sie bei der Volksbank noch auf, als sie einen kleinen Betrag abhob. Von diesem Zeitpunkt an gibt es keine Spur mehr von ihr.“

Jürgen Albrecht wirkt gefasst. Offen spricht er über Gloria. Sie ist die zweite von drei Töchtern, die Mittlere. „Gloria ist ein sehr emotionaler Mensch. Sie ist verletztlich und sensibel, alles andere als oberflächlich.“ Stets habe sie sich in die Probleme anderer hineinversetzen können. „Sie hat das fast ein bisschen übertrieben.“

Seit dem 5.3.2018 wird Gloria Albrecht vermisst.

Paulitsch

Die Ungewissheit

Zum Zeitpunkt des Verschwindens waren Albrecht keine Probleme seiner Tochter bekannt. Im Gegenteil. „Gloria hatte ihre Ausbildung zur Sozialpädagogin erfolgreich absolviert. Sie hätte am nächsten Tag im Lustenauer Mädchencafé anfangen sollen zu arbeiten“, erzählt Jürgen Albrecht. Vor allem sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche wären dort ihre Klienten gewesen.

Albrecht spricht vom guten Verhältnis, das er zu seiner Tochter hatte. Auch wenn die Eltern nicht mehr zusammen wohnten, sei ihr Kontakt zu ihm sehr eng gewesen. „Gloria war immer offen. Wir haben viel miteinander gesprochen. Sie redete mit mir über ihre Probleme, genauso wie sie offen war für die Probleme anderer.“ Den Vater martern eine Vielzahl von Gedanken. Alles kreist um eine quälende Frage: Was ist mit Gloria passiert? „Ist sie einfach untergetaucht? Liegt ein Suizid vor, ein Gewaltverbrechen? Wird sie irgendwo gefangengehalten und kommt von dort nicht weg? Wir wissen es einfach nicht und diese Ungewissheit ist das Allerschlimmste“, hadert Albrecht. Klar ist für ihn: „Gloria hatte überhaupt keinen Grund, abzutauchen. „Selbst wenn sie spontan jemanden kennengelernt hätte. Es ist nicht notwendig, diese Person vor uns zu verstecken.“

Die Szenarien

Mutter Christina meldet sich bei den VN per SMS. Sie hegt keine Hoffnungen. „Ich bin überzeugt, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt“, schreibt sie. Gloria hätte weder Pass noch Kleidung mitgenommen, als sie an jenem Morgen das Haus verließ und nicht mehr zurückkehrte.

Gloria hat viele Facebook-Freunde. Der Vater fand das beim Durchforsten des Accounts seiner Tochter heraus. „Die sind auch alle okay. Da gab es nichts Auffälliges.“

“Rückzug wäre das Schlimmste”

Jürgen Albrecht muss über das reden, was ihn belastet. „Rückzug wäre für mich das Schlimmste.“ Glorias Vater arbeitet bei einem Wachdienst in Liechtenstein. Am Tag hat er meistens frei, in der Nacht ist er bei seinen Rundgängen oft allein. „Natürlich geht mir dann die Sache mit Gloria permanent durch den Kopf.“ Er spielt alle möglichen Szenarien durch. „Ich habe mir die Bilder schon oft vor dem inneren Auge abgespielt. Die Polizei kommt zu mir, sagt mir, dass sie Gloria gefunden haben, dass sie nicht mehr lebt.“

Seit einem Monat wird Gloria auch bei Interpol gesucht. „Es hat einige Zeit gedauert, bis sie dort in den Computer kam.“ Grund: Gloria ist eine mündige Erwachsene, die hingehen kann, wo sie will, ohne irgend jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen.

Vermisst

Gloria Albrecht Seit Montag, den 5.3.2018, wird die 26-Jährige aus Lustenau vermisst.   Zuletzt gesehen 5. 3. 2018 Kleidung Sie trug einen grünen Parka, graue Sneakers der Marke Victory und blaue Röhrenjeans. Auffällige Merkmale 1,72 cm groß, schlank, hat blaue Augen und dunkelblonde lange Haare Hinweise Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizei Lustenau, Tel. +43(0)59 133 8144 100

Albrecht

(VN)

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