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Global Peace Index: Viel mehr Krieg und ein bisschen Frieden

SIPRI-Jahresbericht 2015: Vorjahr war das gewalttätigste seit Jahrtausendbeginn
SIPRI-Jahresbericht 2015: Vorjahr war das gewalttätigste seit Jahrtausendbeginn ©Global Peace Index; visionofhumanity.org
Nicht nur die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich, auch zwischen friedlichen und kriegerischen Regionen verbreitert sich die Kluft: Die Gegensätze zwischen Krieg und Frieden werden krasser. 2014 war insgesamt ein besonders gewaltgeprägtes Jahr, in dem die meisten Kriege seit Beginn dieses Jahrtausends geführt wurden. Österreich dagegen bleibt im internationalen Vergleich die oft zitierte "Insel der Seligen".

Die Gegensätze zwischen friedlichen Weltregionen und von Krieg und Bürgerkrieg zerrütteten Ländern werden einer Studie zufolge größer. Sinkende Mordraten und geringere Ausgaben für Militäreinsätze beschwerten einigen Ländern Rekordwerte auf der Friedens-Skala, heißt es im am Mittwoch in London veröffentlichten Global Peace Index, der 162 Länder auf ihre Friedlichkeit hin untersucht. Dagegen schnitten der Nahe Osten und Nordafrika so schlecht ab wie seit 2008 nicht.

Österreich unter friedlichsten Ländern auf dem Globus

Die friedlichste Region der Welt bleibt Europa. Und dass, obwohl Terror in Dänemark und vor allem Frankreich auf die Werte dieser Länder drückte. Die drei friedlichsten Länder sind europäisch: Island, Dänemark und Österreich, das damit den früheren Spitzenreiter Neuseeland und auch die Schweiz hinter sich lässt. Deutschland liegt auf Platz 16.

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global ©Quelle: Global Peace Index; sipri.org

Pleitebedrohtes Griechenland macht Sprung nach vorn

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten machte Griechenland in der Region den größten Sprung nach vorn und liegt nun auf Platz 61. Zu verdanken hat das Land, dem der Staatsbankrott droht, das vor allem der sinkenden Zahl von Gewaltverbrechen.

Globaler Rückgang an Gewalt ist Geschichte

Ungeachtet dieser Friedensoasen lautet eine der Hauptaussagen des Berichtes: Der positive Trend der letzten Dekade mit einem globalen Rückgang gewalttätiger Auseinandersetzungen und einem effektiveren Konfliktmanagement ist Geschichte, wie der weitgehende Zusammenbruch staatlicher Strukturen in Syrien, dem Irak und Libyen einerseits und der Rückgang zwischenstaatlicher wie innerstaatlicher Sicherheit in Europa – vom Ukraine-Konflikt bis zu den islamistischen Anschlägen von Paris – zeigt.

Die Schlusslichter im Friedens-Ranking

Schlusslicht im Länder-Ranking bleibt demnach das vom Bürgerkrieg zerrüttete Syrien, das im vergangenen Jahr auf den letzten Platz gerutscht war und hinter dem Irak und Afghanistan liegt. Der Nahe Osten und Nordafrika sind erneut die am meisten von Konflikten und Gewalt betroffene Region. Am unteren Ende der Skala finden sich damit vor dem absoluten Schlusslicht Syrien, wenig überraschend, Somalia, der Irak, der Südsudan, Afghanistan. Die deutlichste Verschlechterung dort stellten die Autoren im vergangenen Jahr in Libyen fest, wo sich islamistische und nationalistische Gruppen bekämpfen.

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Global Peace Index: zur interaktiven Karte

Die Ukraine zählt im Global Peace Index nicht zu Europa, sondern zur Region Russland und Eurasien. Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der Krieg in der Donbas-Region ließen die Ukraine im Ranking abstürzen. “Der gesteigerte Wettbewerb zwischen Russland und dem Westen vergrößert die Wahrscheinlichkeit weiterer Konflikte in der Region in den kommenden Jahren”, schreiben die Experten. Abgerutscht in der Friedensliste sind auch Aserbaidschan und Armenien, in deren Konflikt um die Region Bergkarabach 2014 die Waffenruhe gebrochen wurde.

162 Staaten unter der Lupe: der Welt-Friedens-Index

Der im SIPRI-Jahresbericht enthaltene Welt-Friedens-Index wird jedes Jahr vom Institute for Economics and Peace herausgegeben. Den Friedensindex erstellt das Institut jährlich für 162 Staaten weltweit aus 22 Indikatoren: von der Beteiligung an Kriegen über interne Auseinandersetzungen, Verbrechensraten und Häftlingszahlen über Waffenim- und -exporte bis zu politischer Stabilität und der Einhaltung der Menschenrechte. (dpa/APA/red)

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