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Gliedmaßen des Gekreuzigten

Beeindruckende Passion mit dem Kammerchor „Vocale Neuburg“ in St. Gerold.
Beeindruckende Passion mit dem Kammerchor „Vocale Neuburg“ in St. Gerold. ©Foto: Hronek
Seit einigen Jahren nimmt man als Passionsmusik neben den Bachpassionen auch ein anderes Werk neu in den Blick.

Dietrich Buxtehudes „Membra Jesu nostri”, ein Zyklus von sieben Kurzkantaten, richtet sich an einzelne Gliedmaßen des Gekreuzigten: Füße, Knie, Hände, Seite, Brust, Herz und Haupt.

Junge Solisten

Die Kantaten sind jeweils gleich aufgebaut: Vorangestellt ist eine kurze instrumentale Einleitung („Sonata”) gefolgt von einem vom Stimmen-Tutti vorgetragenen biblischen „Votum”, das einen assoziativen Bezug zum entsprechenden Körperteil hat. Dann folgen einfach drei solistisch bis drei mehrstimmig vertonte Strophen („Aria”). Abgeschlossen werden die drei Strophen mit einer chorischen Wiederholung des Votums. Das Solistenensemble ist in St. Gerold erfrischend jugendlich besetzt. Mit den zwei strahlenden So-pranistinnen Angelika Kopf und Christine Schneider, der sonoren Altstimme von Veronika Dünser, dem lyrisch-gläsernen Tenor Christoph Gabathuler und dem samtweichen Bassbariton von Matthias Ebner baut der musikalische Gesamtleiter Oskar Egle auf den heimischen Nachwuchs. Egle führt seinen Kammerchor „Vocale Neuburg” gemeinsam mit dem Solisten-ensemble und dem „Concerto Stella Matutina” zu einer ausdrucksvollen Interpretation, die ganz dem Gestus des Textes verpflichtet ist.

Geballte Chorkraft

Egle lässt die Kantaten als schlichte, musikalisch-sinnlich erfahrbare Betrachtung erklingen – sieht man von einzelnen exponierten Sopranstellen, bei denen die Chorhomogenität etwas leidet, ab – und vermeidet musikalische Theatermonologe, in welchen der Affekt von Schmerz und „Mit-Leiden” quasi realistisch dargestellt werden. Erst beim abschließenden „Amen” gewährt Egle seinen Choristen ein befreiendes Fortissimo, bei dem dann die geballte Chorkraft des „Vocale”-Kammerchores offenkundig wird. Das Instrumentalensemble „Concerto Stella Matutina” widmet sich der Partitur mit Hingabe ohne durch Homogenität zu überzeugen. Vor allem die erste Sologeige klingt in dieser barocken Besetzung stellenweise einfach zu „stählern” und zu aufdringlich.

 

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