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Gläubige wollen beim Katholikentag in Mannheim "neuen Aufbruch wagen"

Mehr Rechte für Laien in der Kirche? Darüber wird am Katholikentag debattiert.
Mehr Rechte für Laien in der Kirche? Darüber wird am Katholikentag debattiert. ©dapd
Drängende Zukunftsfragen der Kirche wie der Priestermangel, sinkende Mitgliederzahlen und der Ruf nach Reformen stehen im Mittelpunkt des 98. Katholikentages in Mannheim.

Unter dem Motto “Einen neuen Aufbruch wagen” werden vom 16. bis 20. Mai fast 30.000 Dauerteilnehmer sowie Zehntausende Tagesgäste zu dem großen Laienforum erwartet. Auf mehr als 1.200 Veranstaltungen wollen sie unter anderem über mehr Einbindung von Frauen in die Seelsorge, den Zölibat oder die Situation geschiedener Wiederverheirateter diskutieren, die derzeit von der Kommunion ausgeschlossen sind.

Mannheim. Das Verhältnis zwischen den Laien, die sich vielfach rasche Reformen wünschen, und den eher auf das Bewahren ausgerichteten Bischöfen spielt beim Katholikentag ebenfalls eine Rolle. Kritische Gruppen haben zusätzliche Veranstaltungen organisiert, weil das offizielle Programm der Diskussion brisanter Themen aus ihrer Sicht zu wenig Raum bietet.

Organisiert wird das Großereignis, das alle zwei Jahre in einer anderen Stadt stattfindet, vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Der Präsident der Laienorganisation, Alois Glück, erhofft sich in Mannheim rege Debatten. “Die Kirche und der Katholikentag müssen keine Harmonieveranstaltung sein”, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. “Der Weg unserer Kirche ist von Anfang an auch geprägt vom Ringen um den richtigen Weg, von der Spannung zwischen Bewahren und Verändern. Gegenwärtig ringen wir aus verschiedenen Positionen heraus”, fügte er hinzu.

Rolle der Laien stärken

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, machte vor dem Katholikentag deutlich, dass er auch angesichts des Priestermangels die Rolle der Laien stärken und ihnen mehr Verantwortung übertragen will. “Wir brauchen das Engagement von Laien in der Kirche”, sagte der Freiburger Erzbischof der dpa. Laien könnten Wortgottesdienste übernehmen oder aktiv werden bei der Vorbereitung von Taufen, der Erstkommunion oder der Firmung. Aber: “Die Feier der Eucharistie ist dem Priester vorbehalten.”

Innerkirchliche Themen prägen den Katholikentag jedoch nicht allein, es geht auch um gesellschaftliche Herausforderungen wie die Begrenztheit von Ressourcen und nachhaltiges Wirtschaften. Etliche Veranstaltungen drehen sich um die Ökumene und den Dialog mit anderen Religionen wie dem Islam. Neben Gottesdiensten, Diskussionsrunden, Vortragsreihen oder Bibelarbeiten gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Lesungen, Konzerten und Ausstellungen.

Auch prominente protestantische Gäste

Zahlreiche prominente Gäste haben sich in Mannheim angesagt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am 18. Mai an einer Diskussionsrunde über den demografischen Wandel teil. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck – wie Merkel Protestant – wird zum Abschlussgottesdienst am 20. Mai erwartet. Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne), der selbst im ZdK aktiv ist, gestaltet einen biblischen Impuls.

Auch zahlreiche Bischöfe wollen an dem Treffen teilnehmen, konservative Vertreter wie der Kölner Kardinal Joachim Meisner oder der Limburger Bischof Franz-Peter Tebnartz-van Elst sind allerdings nicht angemeldet. Unmittelbar vor dem Katholikentag hält das ZdK am 15./16. Mai seine Vollversammlung ab.

(APA)

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